Staßfurt ( dw ). Staßfurt will eine Partnerschaft mit einer Stadt in der Republik Namibia eingehen. Erste Gespräche dazu führten der namibische Botschafter S. E. Neville Gertze, Andreas Herbig von der Deutsch-Namibischen Gesellschaft und Staßfurts Oberbürgermeister René Zok am Rande der Ausstellung " Namibia und Deutschland ", die gestern im Staßfurter Stadt- und Bergbaumuseum eröffnet wurde.

Die Idee zu dieser Kooperation, die ihr Vorbild in der Städtepartnerschaft zwischen der namibischen Hauptstadt Windhuk und Berlin haben könnte, wurde aus der Deutsch-Namibischen Gesellschaft an OB Zok herangetragen. Die Salzstadt hat eine besondere Beziehung zu dem afrikanischen Land. Denn die heutige Regierungspartei SWAPO schickte während der Unabhängigkeitskämpfe in Südwestafrika in den 1980 er Jahren Kinder zur Erziehung und Ausbildung in die DDR. So befanden sich Anfang 1990 auf der Schule der Freundschaft in Staßfurt 291 namibische Kinder. Sie wurden im August 1990 – zusammen mit 134 Kleinkindern aus Bellin – in das inzwischen unabhängige Namibia zurückgebracht.

Mit welcher Stadt konkret die Partnerschaft vollzogen werden soll, wird Teil weiterer Gespräche sein. René Zok sagte, er wolle das Anliegen an Rat und Vereine, herantragen und mit ehemaligen Lehrern und Ausbildern der Schule der Freundschaft sprechen, um so für Unterstützung für das Projekt zu werben.

Konsul S. E. Neville Gertze, der namibische Vertreter in Berlin, sagte der Städtepartnerschaft schon im Vorfeld seine Unterstützung zu. So wolle die Botschaft bei der Kontaktaufnahme assistieren. " Wir sind froh, wenn sich Partnerschaften entwickeln, die Namibia in Deutschland bekanntmachen und die Gemeinsamkeiten der beiden Länder betonen ", sagte Gertze. Der Botschafter besuchte Staßfurt zum ersten Mal und eröffnete als Ehrengast eine von vier neuen Sonderausstellungen im Museum.