Bedrückende Zahlen im Unterausschuss Jugendhilfeplanung : Die Zahl der Jugendlichen, die dieses Jahr ohne abgeschlossene Schulausbildung die Sekundarschulen im Salzlandkreis verlassen, ist deutlich gestiegen. Außerdem gibt es mehr Straftaten von Jugendlichen als im Jahr davor. In Könnern sind es gar 15, 1 Prozent der Jugendlichen, die straffällig wurden. Die Zahlen stehen im großen Gegensatz zu den vielen Betreuungsangeboten in den Städten.

Bernburg ( MZ ). Es waren bedrückende Zahlen, die da am Dienstagabend durch den Raum flogen. Der Unterausschuss Jugendhilfeplanung beschäftigte sich unter anderem mit der Sozialdatensammlung des Salzlandkreises, die der Fortschreibung der Sozialraumanalyse dienen soll. Es ging auch um die Bildungsabschlüsse an den Sekundarschulen im Salzlandkreis. Dabei zeigte sich, dass die Zahl der Schüler ohne abgeschlossene Schulausbildung sprunghaft angestiegen ist.

" Hier zeigt sich ein ganz anderes Bild als noch 2008 ", meinte Hannelore Peetz vom Jugendamt. So sei beispielsweise der Anteil der Schüler, die die Burgschule Aschersleben ohne Abschluss, sondern nur mit einem Abgangszeugnis verlassen haben, von 4, 7 Prozent im Jahr 2008 auf 10, 3 Prozent in diesem Jahr angestiegen. An dieser Schule gebe es keinen Schulsozialarbeiter, argumentiert die Jugendamtsmitarbeiterin.

Auch an anderen Schulen ist eine solche negative Entwicklung zu beobachten : In der Talstadtschule Bernburg stieg der Anteil der Schüler mit Abgangszeugnis von 5, 5 Prozent im Vorjahr auf 12, 7 Prozent in diesem Jahr. Hier reihen sich noch die Gorki-Schule in Schönebeck ( 4, 1 auf 16, 1 Prozent ), die Schule Am Tierpark in Staßfurt ( 4, 2 auf 14 Prozent ), die Kasten-Schule Staßfurt ( 7 auf 18, 7 Prozent ) und die Lernbehindertenschule Pestalozzi in Aschersleben ( 6, 7 auf 20, 8 Prozent ) ein.

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder kam der Hinweis, dass diese Zahlen differenziert betrachtet werden sollten, denn an einigen Schulen wie der Gorki-Schule gebe es Kooperationsklassen mit lernbehinderten Schülern sowie das Produktive Lernen, bei denen von vornherein ein hoher Anteil an fehlenden Schulabschlüssen zu erwarten sei.

Die Datensammlung beinhaltet auch eine Statistik der Jugendgerichtshilfe. Demnach gab es im Jahr 2008 im Salzlandkreis unter den insgesamt 15 831 Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren 1112 Straftäter - das sind 7, 2 Prozent der Jugendlichen. Schwerpunkte der Kriminalität von Jugendlichen liegen in den großen Städten : in Aschersleben wurden acht Prozent der Jugendlichen straffällig, in Staßfurt waren es 9, 6 Prozent, in Bernburg 10, 7 Prozent und in Schönebeck 5, 3 Prozent.

Großer Ausreißer ist die Stadt Könnern – hier waren 2008 rund 15, 1 Prozent der Jugendlichen straffällig geworden : zwei Prozent mehr als 2007.

Auch im ländlichen Raum gab es im Vorjahr viele jugendliche Straftäter : In der Verwaltungsgemeinschaft

Stadt Hecklingen waren es fast 8, 2 Prozent aller Jugendlichen. Gegenüber 2007 war dies eine Steigerung um 4, 5 Prozentpunkte.

Diese Zahlen stünden im Gegensatz zu den in den großen Städten vorgehaltenen stationären und teilstationären Betreuungsangeboten für Jugendliche, meinte die Vorsitzende des Unterausschusses, Katrin Schütze-Dittrich ( SPD ).