Die Schule Am Tierpark ist die einzige Ganztagsschule im Staßfurter Sekundarschulbereich. Und sie hat schon viel erreicht. Lehrer, Schüler und Eltern haben aber noch viel mehr Ideen, was beispielsweise das Angebot von Arbeitsgemeinschaften anbetrifft. Deren Umsetzung scheitert allein an den räumlichen Möglichkeiten. Und deshalb nimmt die gesamte Schule erneut Anlauf, um in das Schulbauförderprogramm der EU aufgenommen zu werden.

Staßfurt. Das Lehrerzimmer ist bislang der größte Raum der Schule. Unvorstellbar, hier Veranstaltungen wie Konzerte oder Schülerversammlungen für alle 240 Jungen und Mädchen durchzuführen. " Mit einem Anbau wäre uns sehr geholfen ", stellt Schulleiterin Ingrid Richter einen Plan vor, an dem schon seit Monaten gearbeitet wird. Der Eingangsbereich, der das Gebäude der einstigen Grundschule mit dem der Sekundarschule verbindet, soll so umgestaltet und erweitert werden, dass ein Raum mit rund 300 Quadratmetern Grundfläche entsteht. " Da wäre Platz für Ausstellungen, Elternversammlungen, auch für ein Schülercafé und vor allem die Schulspeisung, die momentan noch im Keller stattfi ndet ", erklärt die Chefi n des Hauses. Die Schule hat sich schon einmal beworben, um in das Programm zu kommen, das von Brüssel gefördert wird, scheiterte aber knapp. Unbeirrt davon wurde das Projekt überarbeitet. Nun geht es in die nächste Bewerbungsrunde.

Auch die Umgestaltung der Kellerräume ist in die Pläne eines Staßfurter Architekten einbezogen, was Platz für viele weitere Arbeitsgemeinschaften für die Ganztagsbetreuung der Schüler bringen würde. " Wir haben noch viele Ideen, bräuchten aber Platz für einen Fitnessraum, für Tischtennis oder Billard. " Ingrid Richter, das Lehrerkollegium, Schüler wie Eltern möchten die erfolgreiche Entwicklung, die die Schule genommen hat, unbedingt fortsetzen. Ein Trumpf ist eben die Anerkennung als Ganztagsschule seit einem Jahr. Dafür haben alle vier Jahre lang gekämpft. " Und das hat sich gelohnt. Die Resonanz ist groß, die Eltern sind dankbar dafür, dass ihre Kinder auch Hausaufgaben in ihrer Schule machen können ", erläutert Richters Stellvertreterin Helga Wiegand. " Die Kellerräume befinden sich jedenfalls in einem unbefriedigenden Zustand. "

Selbst Farbtopf und Pinsel in die Hand zu nehmen, gehört zur Philosophie der Schule. Lehrer, Schüler, Eltern, Hausmeister und Schulförderverein malerten den ehemaligen Grundschultrakt. Ein Wettbewerb half auch, die Klassenräume angenehmer zu gestalten. Die Flure können sich sehen lassen.

Die Schüler achten ihre Arbeit. Sollte es dennoch vereinzelt Probleme mit der Ordnung geben, greifen auch in solchen Fällen Schülerschlichter ein. Die Sekundarschule hat übrigens den Titel " Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage " erfolgreich erkämpft. Es gibt weder Probleme mit Migranten noch mit Nachbarn.

Erst kürzlich wurde mit Hilfe von Sponsoren eine Bibliothek eingerichtet. " So etwas geht nur mit einem Kollegium, das an einem Strang zieht ", meint Ingrid Richter. " Was möglich ist, machen wir. Aber alles geht eben nicht ", ergänzt Helga Wiegand und wünscht sich wie alle an der Schule, ins Förderprogramm aufgenommen zu werden, um das geplante Drei-Millionen-Euro-Projekt umsetzen zu können. An eigenem Engagement und dem Beitrag des Landkreises als Schulträger dürfte es nicht mangeln.