Für viele Kinder hat gestern der Ernst des Lebens wieder begonnen : Die erste volle Unterrichtswoche läuft. Um die Grundschüler für Risiken im Straßenverkehr zu sensibilisieren, wurde in Hecklingen schon vorher am ersten und zweiten Schultag ein Sicherheitstraining, zunächst für die zweite bis vierte Klasse, durchgeführt. Die Abc-Schützen sind in rund 14 Tagen dran.

Hecklingen. " Das Verkehrssicherheitstraining wurde als Schwerpunkt gezielt zum Schulbeginn angesetzt ", Schulleiterin Gudrun Topf hat den Termin bewusst gewählt und Polizeikommissar Gerald Lutze unmittelbar nach dem Ende der Ferien nach Hecklingen eingeladen.

Lutze ist einer von insgesamt vier Verkehrssicherheitsberatern des Salzlandkreises und in Schulen im früheren Altkreis Aschersleben-Staßfurt im Einsatz ., um die Kinder bei seinen Besuchen nach und nach altersgerecht an die wichtigsten Verhaltensregeln im Straßenverkehr heranzuführen. Ausstaffert mit allem was dazu gehört – grüne Uniform, Signalstab und einem Koffer voller Infomaterial – steht er im Klassenrum.

Der Experte vermittelt Wissen in den Schulen quasi zum Unterricht ergänzend. Denn das Thema Verkehrserziehung spielt auch im Sachkundeunterricht eine große Rolle. " Es zieht sich durch den Lehrplan wie ein roter Faden ", erklärt Gudrun Topf. Trotzdem sei der Besuch eines Polizisten für die Kinder immer ein ganz besonderer Höhepunkt, zumal er ihnen damit hilft, sich auf die Radfahrprüfung vorzubereiten. Diese müssen alle Grundschüler im Land absolvieren.

Damit auch die Hecklinger ihren Führerschein problemlos ausgehändigt bekommen, ist Gerald Lutze hier seit 1990 regelmäßig im Schuljahr vor Ort. " Ich bin im 19. Jahr Verkehrssicherheitsberater und bin seit 19 Jahren gern gesehen in Hecklingen ", freut sich Lutze über die langjährige Zusammenarbeit mit der Grundschule.

Unzählige Fahrradprüfungen haben die Kinder hier schon - nicht zuletzt auch dank seiner Arbeit - absolviert. Dabei müssen die Kleinen theoretisch und praktisch - wie bei der richtigen Prüfung mit dem Auto f t sein. Fragebögen sind auszufüllen, auch auf der Straße müssen Technik und Wissen sitzen.

Lutzes Lehr-Programm fördert den Erfolg : kindgerecht aufbereitet, von Anfang an. Das Training beginnt in der ersten Klasse. Was ist ein Zebrastreifen ? Wie verhalte ich mich an der Ampel und welche Kleidung sollte bei Dunkelheit getragen werden ? Antworten auf diese Fragen erarbeitet der Polizist gemeinsam mit den Kindern schon zu Beginn in der ersten Klasse.

Das Ganze wird fortgeführt, nach und nach steigen die Kleinen immer tiefer in die Materie ein. In der zweiten Klasse kommen schon die ersten Verkehrszeichen und ihre Bedeutung ins Spiel. Auch wie ein richtiger Kindersitz auszusehen hat und warum er für die kleinen Mitfahrer lebenswichtig ist, erklärt der Verkehrsexperte nicht nur mit seinen eigenen Worten, sondern setzt auch Medien wie DVD-Player und Co ein. Filmisch nachgestellte Szenen zeigen, welche Gefahren auf der Straße lauern, was zu tun ist, um sie frühzeitig zu erkennen und zu umgehen.

" In der dritten Klasse steigen die Kinder richtig ein ", erklärt der Oberkommissar und berichtet, dass die Schüler lernen, wie ein verkehrssicheres Fahrrad aussieht, auch erste Regeln der Straßenverkehrsordnung werden behandelt, zudem sprechen die Schüler darüber, wie sie sich verhalten müssen, um Unfälle in der Freizeit – etwa beim Fußballspielen oder Rollerfahren – zu vermeiden.

Dann in der vierten Klasse läuft die Prüfungsvorbereitung auf Hochtouren. Das Wissen wird aufgefrischt und ergänzt, Szenarien, wie etwa das Abbiegen nach links, spielen die angehenden Pass-Besitzer durch.

Der Anfang in diesem Schuljahr ist in Hecklingen mit einem zweitägigen Besuch des Verkehrssicherheitsberaters

gemacht, weitere Trainingseinheiten sollen folgen, bis es dann voraussichtlich im Frühjahr soweit ist und die vierten Klassen ihre Ausbildung abschließen, Tüv-Plakette fürs Fahrrad und Führerschein ausgehändigt bekommen, vorausgesetzt die Prüfungen waren erfolgreich.

Der richtige

Fahrradhelm

f Im Rahmen des Trainings erfahren die Kinder auch, wie ein Fahrradhelm richtig ausgewählt wird : f Laut Bundesanstalt für Straßenwesen sollte das Gewicht des Helms unter 500 Gramm betragen. Der Helm sollte : f eine optimale Passform haben, f möglichst hell und auffällig sowie ref ektierend sein, f nach einem Unfall auf jeden Fall ersetzt werden ; selbst wenn kein Schaden sichtbar ist, kann seine Wirkung eingeschränkt sein. f Zudem spielt neben dem verkehrsrechtlichen Verhalten das technisch sichere Fahrrad eine Rolle im Training. f Um Unfälle zu vermeiden, sollten ein Fahrrad mit Großf ächenrückstrahler, Schlussleuchte mit Rückstrahler, Dynamo, geschlossenem Kettenschutz, rutschsicherer Pedale mit großen gelben Rückstrahlern, Befestigung der Tretkurbel ohne herausstehende Bolzen, Klingel, weißem Frontstrahler, Halogenscheinwerfer sowie guten und sicheren Bremsen am Vorder- und Hinterrad ausgestattet sein.