Schönebeck / Staßfurt. Große Wetterschwankungen von Jahr zu Jahr in unserer Region, sind in den Sommermonaten, besonders für den Juli typisch. In manchen Jahren ist der gesamte Sommer verregnet. Beispiele haben wir da in den Jahren 1993, 1996, 2001. Im Jahre 2002 setzte Ende Juli, wie noch allen in Erinnerung, dieses große Regenwetter ein, das dann zur " Jahrhundertf ut " der Elbe führte und am 18. August 2002 bei uns ihren Höhepunkt erreichte.

Nichts alles von dem in diesem Jahr.

Wie so oft werden Ende Juni die Weichen für den Sommer gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt bereits unbeständiges Wetter herrschte, sagen die alten Wetterregeln sinngemäß : " Regnet’s am Siebenschläfertag ( 27. 6. ), so regnet’s sieben Wochen nach. " Die Meteorologen sind der festen Ansicht, dass sich Ende Juni regelmäßig eine Großwetterlage einstellt, die dann längere Zeit anhält. Genau das hatten wir im vergangenen Monat erlebt. Das ständige Auf und Ab, oder die " Achterbahn der Gefühle ", begleitete uns den ganzen Juli hindurch. Viel Bewölkung, schwache Regenschauer und für die Jahreszeit zu niedrige Temperaturen ließen die Landwirte um ihr Getreide und die Kleingärtner um ihre Tomatenernte bangen.

Betrachtet man die Niederschlagskarte, so erkennt man schnell, dass nicht bei allen Mess-Stellen hohe Regenmengen zu verzeichnen sind. So hat die Mess-Stelle des Deutschen Wetterdienstes von Klaus Adler in Hakeborn die höchsten Monatswerte zu verzeichnen, obwohl es hier, direkt hinter dem Regenschatten des Harzes und Hakels gelegen, immer sehr trocken ist. Der meiste Regen muss also aus ganz anderen Richtungen gekommen sein.

Interessant sind auch die Werte rechts- und linksseitig der Elbe. So hat Dr. Thoralf Winkler in Elbenau 71 und Ruth Oßwald in Groß Rosenburg 43, 5 Millimeter Monatsniederschlag gemessen. Der niedrige Monatswert von Gerhard Wiegank in Kleinmühlingen liegt wegen der vorgelagerten Hügel wie gewohnt. Die anderen Mess-Stellen bewegen sich in ihren üblichen Spielräumen. Niederschlagsextreme im Juli belegte Paul Grebarsche aus Eickendorf für die Jahre 1990 = 13 Millimeter und 1987 = 130 Millimeter pro Quadratmeter. Wir sehen also, wie unterschiedlich dieser Monat durch seine eingeleiteten Großwetterlagen sein kann. Trotz der oftmals gefühlten niedrigen Temperaturen, weicht die Durchschnittstemperatur nur wenig vom Soll ab. Am 12. Juli wurde eine Minimaltemperatur von 8, 8 Grad Celsius und am 27. Juli eine Maximaltemperatur von 29, 5 Grad Celsius gemessen. Es gab 16 Sommertage, also Tage mit Temperaturen über 25 Grad Celsius.

Der Monatsdurchschnitt lag bei 19, 4 Grad Celsius. Zum Vergleich zu den anderen Jahren im Juli : 2008 = 20, 6 Grad Celsius ; 2007 = 19, 2 Grad Celsius und 2006 = 23, 4 (!) Grad Celsius.

Die Getreideernte lief vorbildlich, nur die Zuckerrüben könnten bereits wieder etwas Nass vertragen

Wie war der Juli im vorigen Jahr ? Der Juli 2008 war zu nass, zwei Drittel zu kühl, aber ein Monatsdrittel zu heiß. Der Monatsdurchschnitt lag daher immer noch bei 20, 6 Grad Celsius bei einem langjährigen Mittel von 20 Grad Celsius für den Monat Juli. Vergessen wir aber nicht, dass im Juli 2006 der Monatsdurchschnitt bei 24, 3 Grad Celsius lag, also viel wärmer war.

Wie war der Juli vor 100 Jahren ? Wie aus dem Calbeschen Stadt- und Landboten von 1909 zu entnehmen ist, gestaltete sich das Juli-Wetter vor 100 Jahren so : Der Juli 1909 war nur mäßig warm und zeigte ein ständiges Hin und Her zwischen Sonne und Regen, Kühle, und wärmeren Abschnitten. Hitze trat nicht auf.

Fazit : So weit entfernt liegen die Einhundert Jahre beim Wetter gar nicht.