Zum zweiten Mal führten die Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Staßfurt in Zusammenarbeit mit den Ortswehren aus Förderstedt, Hohenerxleben, Löderburg, Neundorf und Üllnitz den Berufsfeuerwehrtag für die Nachwuchseinsatzkräfte durch. 24 Stunden verbrachten die Mädchen und Jungen im Staßfurter Depot, erlebten Einsatze, Lehrgänge und Sportübungen – kurz : den Alltag eines Feuerwehrmannes.

Staßfurt. Köpfchen- und Muskelkraft war von Paul und Alexander gefragt. Beim Flächenbrand in Neudorf mussten die Jugendfeuerwehrkameraden den Schlauch genau auf den Brandherd halten. " Da ist ganz schön Druck drauf ", sagt Paul und lenkt den Wasserstrahl gemeinsam mit Alexander auf die Brandpfanne im freien Feld. Die beiden Jungen nahmen am Sonnabend beim Berufsfeuerwehrtag in Staßfurt teil. " Wir wollen dem Nachwuchs zeigen, wie der Alltag der Berufsfeuerwehr aussieht ", erklärt Thomas Esch, Leiter der Jugendfeuerwehr in Staßfurt, der das Projekt vor einem Jahr erstmals initiierte. Damals noch für die Staßfurter Ortswehr gedacht, galt der Aktionstag jetzt allen Jugendfeuerwehrmitgliedern der gesamten Stadtwehr. 46 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren verbrachten so 24 Stunden auf der Wache. " Der Berufsfeuerwehrtag ist eine Ergänzung zu den Diensten der zukünftigen Feuerwehrleute ", erklärt Esch. Wissensvermittlung und vor allem Spaß sollten im Vordergrund stehen. So erlebten die Kinder und Jugendlichen spielerisch informativ verschiedene Einsatzszenarien – vom Flächenbrand über einen Verkehrsunfall, einen Brandmelderalarm in der Löderburger Sporthalle, die Bergung einer verschütteten Person bis hin zur Rettung von Menschen aus einem verrauchten Gebäude. Fünf Einsätze fuhr jede der zwei Gruppen. Geübt wurde dabei ganz bewusst im öffentlichen Raum. " Wir wollen Passanten neugierig machen, auf die Arbeit der Jugendfeuerwehren hinweisen und Interesse wecken ", erklärt der Jugendwehrleiter.

Zu den Übungsfahrten kam eine theoretische Unterweisung zu Wasserentnahmestellen, die in den durchgespielten Ernstfällen von Nöten war, und die sportliche Ertüchtigung im Spaßbad des Salzlandcenters. Die Kameradschaft kam bei all dem nicht zu kurz. Gemeinsam aßen die jungen Retter Deftiges aus der Gulaschkanone der Neundorfer Feuerwehr. 80 Portionen hatten die Blauröcke aus " Krähenstedt " zum Dampfen gebracht, die im Nu weg waren. Auch die Nacht verbrachten die Kinder nach einem geselligen Abend zusammen im Depot. " Die Mädchen und Jungen aus den Jugendfeuerwehren der Stadtwehr lernen sich so untereinander kennen. Das ist wichtig, wenn sie später im Einsatz zusammen agieren müssen ", betont Esch und freut sich, dass so wie von selbst die einzelnen Einheiten der Stadtwehr nach der Gebietsreform auch ein Stück weit zusammenwachsen. Und für Paul, Alexander und ihre Freunde ist längst klar, dass der Berufsfeuerwehrtag nicht der letzte gemeinsame Einsatz war.