Baufirmen erneuern derzeit die Bodebrücke in der Förderstedter Straße. Dazu wird der Autoverkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Die Arbeiten sollen in der zweiten Juniwoche abgeschlossen sein.

Staßfurt. Die Anwohner des Schönen Blicks und der neuen Welt wird es freuen: Endlich wird an der Bodebrücke in der Förderstedter Straße gebaut. Die Arbeiten haben die sogenannten Übergangskonstruktionen der Überführung im Blick. Diese Verbindungsstücke zwischen Fahrbahn und Brücke sorgten, vor allem wenn Lastkraftwagen oder Busse darüber hinweg fuhren, für richtig Lärm. Weil im Landesbetrieb Bau als verantwortlichen Baulastträger bisher das Geld für eine grundlegende Sanierung fehlte, wurde auf der Brücke die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer gedrosselt. Wirklich Abhilfe schaffte diese Maßnahme aber nicht. Die "Polterbrücke" war immer wieder Stadtgespräch und Thema beim Volksstimme-Lesertelefon.

Bei einem Bürgerforum versprach Dr. Karl-Heinz Daehre, als Sachsen-Anhalts Bauminister auch oberster Dienstherr des Landesbaubetriebes, dass nicht nur die Bodebrücke in der Steinstraße komplett erneuert werden soll, sondern auch die Brücke, die einst den Namen Deutsch-Sowjetische Freundschaft trug.

Seit gut einer Woche laufen die Arbeiten jetzt. Baufirmen sind damit beschäftigt, die Übergangskonstruktionen auszutauschen. "Diese Metallteile stammen noch aus DDR-Zeiten und haben ihre besten Jahre hinter sich", sagt René Franke, Sachbearbeiter in der Niederlassung West des Landesbaubetriebes. Er erklärt, dass die Übergangskonstruktionen wichtige Teile der Brücke sind. Sie verbinden das Bauwerk mit der Fahrbahn. Die Brücke selbst ist eine Stahl-Beton-Konstruktion. Aufgrund von Temperaturänderungen "arbeitet" die Brückenkonstruktion im Fahrbahnbereich, zieht sich zusammen oder dehnt sich aus. Die Übergangskonstruktionen sorgen, wie ihr Name es vermuten lässt, für einen nahtlosen Übergang. Die neuen Teile sind zwar auch aus Metall aber zusätzlich mit Gummi versehen, sodass der Geräuschpegel durch den Straßenverkehr so gering wie möglich gehalten werden soll.

Gleichzeitig wird mit den Arbeiten auf der Brücke auch ihr Entwässerungssystem optimiert. Regenwasser soll nicht mehr durch das Bauwerk nach unten fließen, wie es – dem Alter geschuldet – bisher passierte, sondern über Rinnen und die Straßenentwässerung abgeführt werden. Die Kosten für alle Baumaßnahmen liegen bei rund 80 000 Euro.

Während der Arbeiten werden die Autos einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Eine mobile Ampel regelt den Straßenverkehr. Die Arbeiter benötigen für jede Brückenseite gut zwei Wochen, sagt Franke. Jetzt wird in Richtung Förderstedt auf der rechten Seite gearbeitet. "Wenn das Wetter mitspielt wollen wir am 11. Juni fertig sein", so der Landesbetriebsmitarbeiter. Bis dahin ist also noch Geduld bei den Autofahrern von Nöten.

Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt kündigte bereits im März an, dass die Brücke in der Förderstedter Straße wichtig für die Umleitung des Verkehrs wird, wenn die Bodebrücke zur Steinstraße ab 2012 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. Bis dahin wird es keine weiteren Arbeiten am Bauwerk in der Förderstedter Straße geben. Dennoch untersucht die Behörde in Magdeburg anhand von Probebohrungen am Brückenfundament die Substanz der alten DSF-Überführung. In deren Ergebnis soll über ein Sanierungs- oder Neubaukonzept nachgedacht werden. Das ist aber abhängig vom Landeshaushalt.