Stendals erste Künstlerstipendiatin ist da: Die 37-jährige Stephanie Abben aus Düsseldorf erkundet malend die Hansestadt. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung gezeigt.

Stendal l "Die Jury war sich schnell einig", sagt Andreas Drimer, Organisator der Künstlergruppe Altmark. Auch Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU), der die Schirmherrschaft über das "Künstlerstipendium Hansestadt Stendal" übernimmt, stimmt dem zu und zeigt sich begeistert über diese Art, Kunst umzusetzen. Auch wenn Stephanie Abben (37), die erste Künstlerstipendiatin der Hansestadt Stendal, auf den ersten Blick dazu neigt, die "Schmuddelecken" in den Städten zu porträtieren.

Verschmitzt lächelt sie und erklärt: "Ich besuche oft Orte, die nicht der normativen Vorstellung eines Urlaubsfotos entsprechen. Ich begebe mich auf die Suche nach verlassenen Orten, Müll, Ruinen, Baustellen. Jede Stadt hat solche Orte, die einst eine bestimmte Bedeutung hatten. Durch das Fehlen des Menschen erhalten die Bilder eine gemütliche Wirkung. Die malerischen landschaftlichen Räume offenbaren immer einen Bezug zur Urbanität."

Am Mittwoch empfing Schmotz zusammen mit Drimer und Hans-Jürgen Kaschade, Vorsitzender der Kaschade-Stiftung, die erste Künstlerstipendiatin in der Stadt. Schmotz bekannte mit freudigem Blick, warum er diesem Projekt so aufgeschlossen gegenübersteht: "Es ist eine Bereicherung, weil es unsere Stadt und die Region bekannt und attraktiver macht".

Vier Wochen Zeit für Ideen bis zur Ausstellung

Seit dem 6. September ist Abben in Stendal und am 1. Oktober ist eine Ausstellung im Kunstkabinett der Volksbank mit ihren Werken, auch über die Stadt, geplant. Kaschade, sieht dies als Chance, die regionale Identität zu stärken und die Internationalisierung der Altmark zu fördern. So würden möglichst viele Menschen erreicht, und die Stadt Stendal werde durch die qualitativ hochwertige Kunst bereichert. Das Projekt wird von der Volksbank Stendal und der Firma Zorn finanziert. Die Künstlergruppe Altmark unterstützt hierbei auf materielle und ideelle Art im organisatorischen Bereich.

Abben wird nun vier Wochen Gelegenheit haben in einem Atelier in der Weberstraße dem Sitz der Kaschade-Stiftung, ihre Kunst umzusetzen. Gegenwärtig arbeitet sie an einer Collage mit Fotos von Stendaler Objekten aus vergangenen Zeiten, die mit Orten der Gegenwart malerisch zusammengeführt werden. "Ich füge Sachen zusammen, die zusammengehören."

Über 71 Bewerber gab es für das Künstlerstipendium, doch letztlich fiel die Wahl auf Stephanie Abben. Sie ist 1976 in Düsseldorf geboren, hat an renommierten Universitäten studiert und viele Preise für ihre Arbeiten bekommen. Hauptsächlich lebt und arbeitet sie in Karlsruhe und Düsseldorf. Auf die Frage, warum sie sich für Stendal entschieden hat, antwortet sie begeistert: "Ich bin kein Freund von Großstädten, weil sie mir zu schnell und zu laut sind. Ich schätze die Gemütlichkeit und die Ruhe an kleinen Städten. Ich finde die Stendaler Altstadt sehr schön, eben klein und kuschlig".

Die nächste Möglichkeit, sich für das "Künstlerstipendium Hansestadt Stendal" zu bewerben, besteht im Oktober. Von August bis Mitte September 2014 ist dann ein sechswöchiger Aufenthalt für den nächsten Stipendiaten möglich.