Es soll vor allem Familien mit Kindern ein Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft ermöglicht werden. Gespräche mit Vermietern laufen.

Von Bernd-Volker Brahms

Stendal l Eine größere Zahl der Stendaler Asylbewerber möchte aus der Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg ausziehen und in eine eigene Wohnung im Kreisgebiet einziehen. In den vergangenen Wochen wurden 22 Anträge gestellt, berichtete der 2. Beigeordnete des Landrates, Sebastian Stoll, im Sozialausschuss. 17 Anträge seien durch Familien und fünf von Einzelpersonen gestellt worden, es gehe dabei um insgesamt 85 Personen. Einerseits werden die Anträge bearbeitet, anderseits wird mit den großen Mietgesellschaften verhandelt, sagte Stoll.

Neun Anträge wurden bereits bewilligt

Der Landkreis habe neun Anträge bereits positiv beschieden. Dort hinter verbergen sich 35 Personen, die nun bald aus der Gemeinschaftsunterkunft heraus dürfen. Acht Anträge - mit 26 betroffenen Familienmitgliedern - sind dagegen abgelehnt worden. Fünf Anträge (29 Personen) sind noch offen, erläuterte Sebastian Stoll. Zu den Ablehnungsgründen zähle es, wenn bei den Antragstellern der Aufenthalt bald ende oder dieser erforderliche Unterlagen für den Antrag nicht beibringe. Auch die Anträge von Einzelbewerbern werden in der Regel abgelehnt, sagte der 2. Beigeordnete.

"Ich bin sehr froh, dass die Wohnungsgesellschaften sehr aufgeschlossen sind", sagte Sebastian Stoll im Sozialausschuss. Man werde jetzt Absprachen zu Papier bringen. Teilweise sollen größere Wohnungen durch die Zusammenlegung von zwei Wohnungen geschaffen werden. Außerdem gehe es um Ein- und Auszugsmodalitäten.

"Der Landkreis nutzt seinen Spielraum bei der dezentralen Unterbringung der Asylbewerber nicht aus", sagte die Ausschussvorsitzende Helga Paschke (Linke). Das Land gebe einen viel weiter gesteckten Rahmen vor.

Die Leitlinien des Landkreises, die sich weitgehend an den Leitlinien des Landes orientieren würden, seien derzeit beim Landesverwaltungsamt zur Prüfung, sagte Stoll. Da man sich weitgehend nach dem Land richte, habe man überhaupt erst die Anträge schon bearbeiten können. Nach Angaben von Stoll gebe es derzeit für den Landkreis Mehrkosten in Höhe von 15000 Euro, die durch die dezentrale Unterbringung entstehen. Dies ergebe sich aus der Anschaffung beispielsweise von Waschmaschinen. Ein Spendenaufruf habe nichts gebracht.