Stendal l Rund jeder vierte Haushalt im Landkreis Stendal - um genau zu sein: 27 Prozent - entsorgt seine Leichtverpackungen in einer gelben Tonne. Etwa 11000 davon stehen im ländlichen Raum, vor allem in der Region Tangermünde/Tangerhütte. "Ab 2015 möchten wir die gelbe Tonne flächendeckend bei uns im Kreis einführen", erklärt Landrat Carsten Wulfänger (CDU).

Das Ansinnen ist so überraschend nicht. Die gelben Säcke standen immer wieder mal in der Kritik. Zum einen gelten sie nicht gerade als reißfest, zum anderen verteilen Tiere und Windböen Säcke und deren Inhalt in Straßen und Gärten. Und nun läuft zum Ende des Jahres der Vertrag mit dem DSD - Duales System Deutschland - als Betreiber des Mülltrennungssystems aus, wie Denis Gruber (SPD) berichtet. Der Erste Beigeordnete des Landkreises fügt an: "In der neuen Vereinbarung mit dem DSD, die ab 2015 für drei Jahre gelten wird, wollen wir die gelbe Tonne für den gesamten Landkreis fest machen."

Keine Zusatzkosten für die Bürger


Zusatzkosten für Bürger würde die flächendeckende Einführung der gelben Tonne nicht mit sich bringen, versichert Gruber. Aber einige Umstellungen. Ausgerüstet werden die Haushalte dann nämlich mit 240-Liter-Tonnen. Sie fassen deutlich mehr als ein gelber Sack. Das zieht eine Veränderung des Abfuhrrhythmus nach sich. Werden die gelben Säcke alle zwei Wochen abgeholt, so erfolgt die Leerung der Tonnen im Vier-Wochen-Takt. "Eine Tonne fasst etwa fünf bis sechs gefüllte Säcke", begründet Gruber.

Der 1. Beigeordnete stellt aber fast im gleichen Atemzug klar: "Wem eine Tonne für vier Wochen nicht ausreicht, der kann sich eine zweite bereitstellen lassen. Kostenlos."

Allerdings dürfte das kaum die Regel sein. Schließlich bemängeln schon jetzt einige Einwohner fehlende Stellplätze für die Tonnen. "Da werden wir nach individuellen Lösungen suchen", verspricht Wulfänger. Dabei könnten auch Erfahrungen aus dem Jerichower Land helfen, wie Gruber sagt. Dort erfolgte die Umstellung vom gelben Sack auf die gelbe Tonne zum Anfang diesen Jahres.

Januar 2015 will nun der Landkreis Stendal folgen. Vorgesehen sei die Auslieferung der gelben Tonnen an die Haushalte ab Januar bis Ende Februar. "Bis zum Ende des ersten Quartals können die Bürger noch den gelben Sack nutzen, auch wenn sie schon über die Tonne verfügen", kündigt Gruber an.

Keine Veränderungen gibt es für die Mieter in Großwohnanlagen, wie beispielsweise am Stendaler Stadtsee, die ihre Leichtverpackungen in 1100 Liter fassenden Containern entsorgen.

Der Landkreis Stendal hat die Umstellung auf die gelbe Tonne zwar fest im Visier, aber ob die Umstellung 2015 gelingt, muss letztlich das DSD entscheiden, mit dem der Landkreis in Gesprächen steht. Gruber ist da optimistisch. Er sieht die gelbe Tonne als "Vorstufe zur Wertstofftonne". Dort können dann neben Getränkekartons, Zahnpastatuben und Konservendosen auch Styroporreste , Kinderspielzeug und Blumentöpfe entsorgt werden.