Für sein Engagement für die Stadt Stendal und den Oldtimer-Verein Nordwall Classic Garage bekam Michael Trösken den Blumenstrauß des Monats.

Stendal l Er ist zwar kein gebürtiger Stendaler, aber er wird eng mit der Stadt in Verbindung gebracht. Immerhin ist Michael Trösken auch bereits 1970 in die Stadt gekommen. In Osterburg hatte er sein Abitur gemacht, danach Elektromontageschlosser gelernt und Eisenbahnwesen studiert. "Ich bereue die Lehre nicht, da habe ich mir viele handwerkliche Fähigkeiten angeeignet", sagt er. Den Hang zum Technischen hatte er aber schon vorher.

"Von unserer Wohnung waren es nur 200 Meter bis zum Bahnhof und gleich nebenan war eine Autowerkstatt", erzählt er. Wenn seine Mutter ihn suchte, fand sie den kleinen Michael immer an einem der beiden Orte. Dort meint sich Trösken auch den Bazillus der Leidenschaft für alte Autos und Motorräder eingefangen zu haben.

Erster Eindruck von Stendal war trist

Als er mit seiner Frau, die aus der Nähe von Schwerin stammt, in eine Neubauwohnung in Nord zog, war von seiner heutigen Begeisterung für Stendal noch nicht viel zu spüren. "Alles war so grau und trist", erinnert er sich. Das sei kein Vergleich zu heute. "Gegenüber anderen ostdeutschen Städten unserer Größe heben wir uns ab", meint Trösken. "Wir", er hat Stendal verinnerlicht und schließlich in dieser Stadt auch mehr Lebenszeit als irgendwo sonst verbracht.

Und von dieser Stadt interessiert ihn auch die Vergangenheit. Oft ist er im Stadtarchiv, unterhält sich viel mit dessen Leiterin Simone Habendorf. "Wir haben festgestellt, dass ich wohl das habe, was im Stadtarchiv fehlt", meint er schmunzelnd. Zu den Schätzen des seit kurzem 70-Jährigen gehört eine Sammlung von Theaterheften aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, das Älteste ist von 1928. Irgendwann will er die dem Archiv übergeben.

Seit ein paar Jahren ist Trösken stolzer Besitzer eines Opels aus dem Jahr 1934. Damit warb er bei vielen Treffen für Stendal, holte im vergangenen Jahr das Deutschland-Treffen auf den Flugplatz Borstel. Jüngste Leidenschaft für alte Dinge ist Tröskens Engagement für die Halle am Nordwall. Nachdem sie nicht mehr als Sporthalle gebraucht wurde, wollte die Stadt sie 2011 verkaufen. Doch Trösken wusste das zu verhindern. "Beim Oldtimerstammtisch in Calberwisch hatten Jörg Punzel und ich festgestellt, dass es in Stendal kein Domizil für unsere Fahrzeuge gibt", erinnert er sich.

Oldtimerfreunde fanden Fürsprecher

Die alte Halle, die einst gebaut wurde, um die Husaren von Aschersleben nach Stendal zu locken, sollte es sein. Im Oberbürgermeister fanden die Oldtimerfreunde schnell einen Fürsprecher und besonders stolz ist Trösken darauf, dass alle Stadtratsfraktionen zustimmten, die Halle dem neuen Verein Nordwall Classic Garage zu überlassen. Und in dem Gemäuer hat sich seitdem eine Menge getan.

Erstmals wurde die Halle am Tag des offenen Denkmals 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein neues Tor, neue Fenster, der mit Parkett ausgelegte Boden und die gestrichenen Wände ließen schon erahnen, was für ein ansprechendes Domizil dort entsteht. Ein Ende ist aber noch nicht abzusehen. Wie bei Tröskens Aktivitäten.