Nicht nur die Freunde der Modellflugzeuge kamen am Himmelfahrtstag auf dem Gelände des MFC Albatros bei Bölsdorf auf ihre Kosten. Auch original nachgebaute Schiffe, Militärfahrzeuge und Trucks waren zu bewundern.

Bölsdorf l Die Mütze von Horst-Peter Makowski aus Saalfeld ist ein Original. Kopfbedeckungen dieser Art trugen die ostdeutschen Agrarflieger. Seine Maschine war allerdings um einiges kleiner als die große Schwester, die einst in der Tschechei gebaut wurde. Zwei Jahre werkelte Makowski an dem Modell, bis der kleine Düngerstreuer vor 14 Jahren voll funktionsfähig in Dienst trat. Am Himmelfahrtstag brachte der Modellpilot seinen Flieger mit Unterstützung von Frau Sonheid in die Lüfte über Bölsdorf. Statt Dünger rieselte allerdings Gries auf das angrenzende Getreidefeld. Wenig später starteten weitere Maschinen, dieses Mal mit süßer Fracht an Bord. Zur Freude der Kinder regnete es Bonbons vom Himmel.

Automodellbauer trugen Wettkampf aus

Rund 60 Modellpiloten aus ganz Deutschland und auch den Niederlanden waren die Akteure der mittlerweile 24. Flugschau des MFC Albatros, der auf dem einstigen Agrarflugplatz bei Bölsdorf die Tradition der Fliegerei am Leben erhält. Das Repertoire der Maschinen, die dort starteten und landeten war allerdings wesentlich größer als zu DDR-Zeiten. Die etwa 60 Modelle spannten den Bogen von der historischen Luftfahrt zur modernen. Es war so ziemlich alles vertreten, was auch im Großen fliegen kann: Segler, Hubschrauber, Kunstflieger, kleine und große Passagiermaschinen. Selbst Jets jagten mit 180 Kilometer pro Stunde über Bölsdorf.

Etwas abseits der Start- und Landebahn waren weitere etwa 50 Modelle zu bestaunen. Die Schiffsmodellbauer aus Stendal und Tangermünde zeigten den Besuchern, welche Schmuckstücke nach monate- und auch jahrelanger filigraner Handarbeit die Werften in den Hobbykellern verlassen hatten. Teilweise konnte in einem extra gebauten Becken auch ihre Seetüchtigkeit unter Beweis gestellt werden. Die Automodellbauer aus Magdeburg nutzten die Infrastruktur in Bölsdorf sogar, um einen Wettkampf auszutragen. Die beiden Brüder Nicki und Steffen Busse aus Tangerhütte demonstrierten per ferngesteuertem Kranmodell, wie ein verunglückter Mini-Jeep geborgen wird.

Auf diese entstandene Infrastruktur können die Albatrosse mehr als stolz sein. Als jüngste Errungenschaft nennt Vereinssprecher Marc Kunde die in den vergangenen Monaten mit Verbundstein befestigte Start- und Landebahn, gefördert vom Landessportbund, der Kommune und Sponsoren.

Dass es sich dabei um eine Investition für die Zukunft handelte, beweist die Tatsache, dass unter den 35 Vereinsmitgliedern zehn Kinder sind. Bereits im Alter ab fünf Jahren lernen sie von den alten Hasen unter den Modellpiloten, wie die Funkfernsteuerung richtig zu bedienen ist. Die noch Jüngeren werden mit Freiflugmodellen an das Hobby herangeführt. Auch in dieser Kategorie gibt es bereits Meisterschaften. So konnte der erst sechsjährige Jacob Euen aus Grieben zum zweiten Mal hintereinander den Jugendmeistertitel des Landes nach Bölsdorf holen.

   

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