Studenten aus Stendal und Magdeburg haben Kunstwerke zum Thema "Heimat" geschaffen und nun im leeren Kaufhaus ausgestellt. Die Aktion in der nördlichen Breiten Straße wurde vom Theater der Altmark initiiert.

Stendal l Seit Dezember 2011 steht das 4000 Quadratmeter große Kaufhaus Uppstall in Stendal in der Breiten Straße leer. 14 Jahre hatte es als Einkaufsstätte gedient. Am Wochenende wurde es durch eine Kunstausstellung mit dem Titel "Heimatperspektiven" für zwei Tage wiederbelebt.

"Wir wollen einen kreativen Umgang mit dem demografischen Wandel zeigen", sagte David Lenard vom Theater der Altmark. Der Oberspielleiter hatte das Mitmachfest, zu dem die Heimatausstellung gehörte, fast ein Jahr lang vorbereitet. Cross-Media-Studenten aus Magdeburg sowie Studenten des Fachbereichs Angewandte Humanwissenschaften aus Stendal wirkten dabei mit. Das Mitmachfest rundete die Theatersaison unter dem Motto "Heimat" ab.

"Wir haben 40 Menschen jeweils zwischen 45 und 60Minuten nach ihrem Begriff von Heimat befragt", sagte der Stendaler Professor Günter May. Einzelne Aussagen aus den Interviews wurden später "in Kunstwerke übersetzt". "Es ging darum, möglichst viele Sichtweisen zu bekommen und auch zu sehen, wie sich der Heimatbegriff auch bei Einzelnen im Laufe der Zeit verändert", sagte May.

Befragung zur Nachnutzung des Uppstall-Kaufhauses

Im Untergeschoss des Uppstall-Kaufhauses waren zahlreiche Installationen zu sehen. Die Resultate schwankten zwischen "professionell und studentisch", wie es David Lenard ausdrückte. Zusätzlich für eine kleine Installation wurde das Gebäude des ehemaligen "Sport-Eck" genutzt, das sich gegenüber dem Uppstall-Kaufhaus befindet.

Das Geschehen des Mitmachfestes spielte sich weitgehend auf der für den Autoverkehr gesperrten Breiten Straße vor dem ehemaligen Kaufhaus ab. Auf einer Bühne gab es tagsüber unter anderem Kampfsportdarbietungen, die Stendaler Hochschule präsentierte sich an einem Stand, darüber hinaus gab es zu essen und zu trinken. Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg austoben oder sich kreativ betätigen.

Am Abend kam gute Laune beim musikalischen Bühnenprogramm auf. Songwriter Peter Rossow sowie die Gruppe "Hot Turkeys" traten live auf und belebten den nördlichen teil der Breiten Straße, wo sich ansonsten zunehmend Tristesse durch immer höheren Leerstand breitmacht. Zum Abendprogramm gehörte auch eine Lichtinstallation.

Das Fest sei als eine Anregung zu verstehen, um etwas Neues entstehen zu lassen, sagte David Lenard. Bei der Projektplanung habe er zahlreiche Unterstützung erfahren, hierzu gehörten neben der Stadtverwaltung auch die Bürgerstiftung und die Kaschade-Stiftung. Die Heimat-Kunstwerke und das gesamte Fest wurden von Studenten dokumentiert und wird bald im Internet zu finden sein. "So können wir die Ideen über den Tag hinaus festhalten", so Lenard. Im Übrigen wurden die Ausstellungsbesucher danach gefragt, wie aus ihrer Sicht das Uppstall-Kaufhaus künftig genutzt werden soll. Eine Auswertung steht noch aus.

   

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