Tangerhütte l Nach einer 23 Tagesordnungspunkte umfassenden Stadtratssitzung am Vorabend trat Andreas Brohm, frisch gebackener und vereidigter Bürgermeister der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, am Donnerstagmorgen um 8 Uhr im Rathausfoyer an. "Ich habe mich zum ersten Mal mit allen anwesenden Kollegen getroffen und bin mit offenen Armen empfangen worden", sagte er.

Um sich selbst ein Bild von der Struktur seines Teams im Rathaus zu machen, um ins Gespräch zu kommen und erste Verbesserungsideen zu sammeln, aber auch um sich selbst vorzustellen, traf er sich vor seinem eigentlichen Start ins Bürgermeisterdasein mit den Mitarbeitern. "Ich glaube, die Arbeit hier ist viel besser, als sie von außen wahrgenommen wird. Wir sind hier für die Bürger da und jeder Mitarbeiter möchte eine gute Arbeit abliefern", erklärte Andreas Brohm und sagte für sich: "Am Montag geht es dann in die Vollen".

Termine liegen schon für ihn bereit

Zu seinem Einzug ins Rathaus gehörte am Donnerstag auch das Sichten erster Termine und Aufgaben. Drei dicke Ordner lagen bereit, doch das schreckte den 35-Jährigen nicht. Auch wenn ab kommender Woche schon einige Termine für ihn als Vertreter der Einheitsgemeinde anstehen, so will er in den nächsten Wochen auch Bereiche wie Kindertagesstätten und Horte mit immerhin rund 70 Einheitsgemeinde-Mitarbeitern sowie den Bauhof mit seinem Team kennenlernen.

Im Bürgermeisterbüro war er vor seinem Amtsantritt schon einige Male, etwa bei der Abgabe seiner Bewerbungsunterlagen. Einen Rückblick auf die Wahl und die überwältigende Mehrheit der Stimmen, die er erhalten hatte, verbunden mit einem umfangreichen Dankeschön, wagte er in einer Rede zur Amtseinführung. Er sprach darin von einem Neuanfang in der Zusammenarbeit von Verwaltung, Stadtrat, Bürgerschaft und Bürgermeister und davon, dass er sich selbst als Bindeglied sieht.

Das Potenzial der Bürger erkennen

"Ich hätte nie für möglich gehalten, welche Unterstützung und welches Vertrauen mir hier in meiner Heimat entgegengebracht werden", sagte er und sprach von der Leidenschaft und dem Einsatzwillen der Menschen in der Region, die er bereits kennenlernen durfte. "Lassen Sie uns zusammen die Bürgerschaft, die darauf brennt, aktiv einbezogen zu werden, mitnehmen. Die Herausforderungen im ländlichen Raum sind gemessen an den Ressourcen enorm. Aber wir haben mehr Möglichkeiten als wir bislang abrufen. (...) Wir müssen das Potential erkennen und wecken, welches in uns steckt!", appellierte er an alle Bürger.

"Unsere Chance liegt in der Erkenntnis, dass die Weiterentwicklung einer Kommune nicht allein durch mehr Einwohner, mehr Gewerbetreibende, mehr Kinder, mehr Geld ermöglicht wird. Echtes Wachstum kann entstehen durch einen günstigeren Umgang miteinander, durch intensivere, einander unterstützende, einander einladende, ermutigende und inspirierende Beziehungen aller in einer Gemeinde."

Brohm als Stadt-Konzern-Manager

Sich selbst sieht Brohm, der bisher als Musical-Manager arbeitete, als "Stadt-Konzern-Manager, der mit immer knapper werdenden Ressourcen das bestmögliche Ergebnis erzielen muss". Für seine Ansprache, die auf den offiziellen Diensteid folgte, erhielt er am Mittwochabend kräftigen Applaus. Im Publikum saßen neben Ehefrau Anna auch Mutter Hannelore und Söhnchen Maximilian (3).

Vom Stadtratsvorsitzenden erhielt Andreas Brohm die Ernennungsurkunde als Bürgermeister für sieben Jahre, von der stellvertretenden Bürgermeisterin, Angelika Bierstedt, Blumen. Aber auch die einzelnen Fraktionen gratulierten, die SPD überreichte "statt Blumen", wie Peter Jagolski als Vertreter des Vorsitzenden Michael Nagler sagte, Geldscheine. Die will Brohm für eine gute Sache zur Verfügung stellen.