Beim dritten "Kultursalon" gab es am Donnerstag regen Austausch über die Finanzierung von Kultur und über Wünsche von Kulturinteressierten. Zu Gast waren Kommunalpolitiker, die diese Anregungen nun mit in ihre Fraktionen nehmen.

Stendal l Der Haushaltsplan für 2015 ist noch nicht beschlossen, "aber das Theater ist gesetzt, ebenso die Bibliothek, das AltOa und einige andere Einrichtungen", sagte der Stendaler Stadtrat Jörg Böhme (CDU) beim 3. Kultursalon am Donnerstagabend - gemeinsam veranstaltet von Stendaler Volksstimme und Theaterförderverein. Peter Ludwig (SPD) ergänzte: "Da werden Beitragserhöhungen auf uns zukommen müssen! Es wird noch viele Diskussionen geben." Bereit zu Diskussionen und Austausch waren am Donnerstag viele Stendaler Kommunalpolitiker, Kulturschaffende und -interessierte, die sich zum Kultursalon trafen.

Daniela Frankenberg, Vorsitzende des Theaterfördervereins, und Marc Rath, verantwortlicher Regionalredakteur der Volksstimme, hatten erneut in den Kaisersaal des Theatercafés geladen. Dieses Mal unter dem Thema "Kommunalpolitik und die Stendaler Kultur". Aus allen Fraktionen waren Politiker erschienen, vor allen Dingen Stadträte aus dem Kultur-, Schul- und Sportausschuss.

Schnell wurde klar, dass den Politikern, die in großer Runde im Kaisersaal saßen, der Erhalt der unterschiedlichen Kulturstätten offensichtlich am Herzen liegt. Alle wünschen sich ein mannigfaltiges Angebot. Doch das muss finanziert werden können. Da kommen die oben erwähnten Beitragserhöhungen ins Spiel. Helga Zimmermann, für die Linken im Kulturausschuss, hingegen träumt von so geringen Gebühren, "dass jeder sich Kultur leisten kann". Die rauchenden Köpfe in den Sitzungen konnten erahnt werden.

Forderung nach einem Theater-Parkplatz

Und sonst? Was wünschen sich die Bürger der Stadt im Hinblick auf die Kultur? Kaum war die Frage von Frankenberg gestellt, prasselten die Antworten: Bessere Busverbindungen, um am späten Abend wieder bequem nach Hause zu kommen. Mehr barrierefreie Projekte wie etwa Theateraufführungen für Gehörlose. Ludwig Reinig, sachkundiger Einwohner im Kulturausschuss, erinnerte an die kommende 850-Jahr-Feier und wünschte sich für dieses Ereignis mehr Aufmerksamkeit. Einige Stimmen forderten einen Theaterparkplatz, besonders weil gerade an diesem Abend erst nach langer Suche eine Parklücke in der Nähe des Theaters gefunden werden konnte.

Für Günter Mey, Professor für Entwicklungspsychologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal, war das ein Stichwort: Er könne sich für leere Plätze oder Gebäude noch ganz anderes vorstellen, nämlich "Kunst im öffentlichen Raum". Das müsste nicht viel kosten und wäre jedem zugänglich. Wie damals die Plakate beim Angstfrei-Festival, die er zusammen mit dem TdA gemacht hatte. Mey würde lieber viele kleine Projekte verwirklicht sehen als "große, die das gesamte Budget aufessen".

Im dritten Kultursalon gab es viele Anregungen und Wünsche, die nun von den Kommunalpolitikern in die Ausschüsse oder Fraktionen getragen werden können. Es bleibt abzuwarten, was umgesetzt werden wird. Der Austausch über Kulturelles geht auf jeden Fall weiter.

Der nächste Kultursalon findet voraussichtlich am Donnerstag, 22. Januar, um 19.30 im Theatercafé statt.

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