Im kommenden Sommersemester wird am Standort Stendal der Hochschule Magdeburg-Stendal wieder der berufsbegleitende Studiengang "Bildung, Erziehung und Betreuung im Kindesalter - Leitung von Kindertageseinrichtungen" angeboten. Volksstimme-Redakteurin Uta Elste sprach darüber mit Professor Jörn Borke.

Volksstimme: Warum bietet die Hochschule Magdeburg-Stendal diesen Studiengang an?

Jörn Borke: Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen, daher ist eine Akademisierung und höhere Qualifikation der Mitarbeiter durchaus gewollt.

Das Studium ist berufsintegrierend organisiert. Wie läuft die Ausbildung konkret ab?

Die Ausbildung erstreckt sich über sechs Semester, also drei Jahre und wird mit dem Abschluss Bachelor of Arts beendet. In jedem Semester gibt es eine sogenannte Blockwoche mit Lehrveranstaltungen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Außerdem wird es an jeweils fünf bis sechs Wochenenden pro Semester, also freitags und sonnabends, Lehrveranstaltungen geben. Zwischen den Präsenzzeiten an der Hochschule werden dann die Teile des Stoffes im Selbststudium sowie in Lerngruppen erarbeitet. Außerdem werden Teile des Studiums mit der Arbeitszeit kombiniert.

Das setzt voraus, dass die Bewerber für einen Studienplatz auch in einer Kita arbeiten.

Genau, sie müssen in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Der Träger der Einrichtung muss auch von dem Studium Kenntnis haben. Eine ausdrückliche Zustimmung ist jedoch nicht erforderlich. Die Bewerber sollten mindestens zwei Jahre Berufserfahrung haben, das Fachabitur oder eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung im pädagogischen Bereich.

Welche Inhalte hat das Studium?

Die Inhalte sind vielfältig, dazu gehören beispielsweise Aspekte der Pädagogik, Psychologie und Soziologie der Kindheit, vertiefendes Wissen über die einzelnen Bildungsbereiche, aber vor allem Aspekte des Kita- und Qualitätsmanagements. Überhaupt wird grundlegendes Managementwissen vermittelt, denn die Absolventinnen sollen ja in der Lage sein, die Einrichtung auch wirtschaftlich zu leiten, Mitarbeiter anzuleiten, Finanz- und Qualitätskonzepte zu entwickeln. Sie lernen aber auch, wie man sich mit anderen Einrichtungen vernetzt, Konflikte schlichtet, wissenschaftlich arbeitet und denkt und wie Problemlösestrategien entwickelt.

Wie ist eigentlich die Resonanz auf den angebotenen Studiengang?

Sehr gut, wir hatten bislang immer mehr Bewerber als Studienplätze und haben dann Auswahlgespräche geführt. Insgesamt stehen 30 Plätze zur Verfügung

Die Hochschule bietet diesen Studiengang bereits seit mehreren Jahren an. Welches Feedback haben Sie bislang von den Absolventen und Teilnehmern bekommen?

Fast alle haben das Studium auch abgeschlossen und bewerten es als sehr positiv und hilfreich. Allerdings sagen sie auch, dass es teilweise schon anstrengend ist, denn es müssen immerhin drei Dinge, Familie, Arbeit und eben das Studium unter einen Hut gebracht werden. Aber nahezu alle Absolventinnen berichten, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben und das Studium sie beruflich weitergebracht hat.

Die Teilnehmer dieses Studiums sind in der Regel nicht mehr im klassischen Studentenalter. Wie hoch ist eigentlich der Altersdurchschnitt?

Es sind eigentlich alle Altersgruppen vertreten. Die Altersspanne reicht in etwa von Mitte Zwanzig bis Mitte Fünfzig. Allgemein war im Laufe der zurückliegenden Jahre zu beobachten, dass sich der Altersdurchschnitt etwas gesenkt hat.

Sind die Bewerber ausschließlich weiblich?

Die meisten schon, aber in jedem Studiengang sind auch eine Handvoll Männer dabei.

Die Hochschule bietet auch den Studiengang Kindheitspädagogik an. Wird aufgrund dieses Studiums irgendwann das berufsintegrierende Angebot eingestellt?

Kindheitspädagogik wendet sich vor allem an Berufsanfänger, die das Abitur erworben haben und nun eine akademisierte Berufserstausbildung im Bereich der Kindheitspädagogik absolvieren möchten. Das berufsintegrierende Angebot ist für Bewerberinnen gedacht, die über Berufserfahrung verfügen und eine akademische Weiterbildung mit dem Schwerpunkt Qualifikation für Leitungstätigkeiten anstreben.

Bis wann müssen sich denn die Interessenten beworben haben?

Mitte Januar 2015 ist Bewerbungsschluss. Das Studium beginnt dann im April.

Wo können sich Interessenten informieren?

Bei der zuständigen Koordinatorin der Hochschule, Herta Schnurrer, unter der Telefonnummer 03931/21874801 oder auf der Homepage der Hochschule.

www.hs-magdeburg.de/studium/weiterbildung/bildung-erziehung-und-betreuung-im-kindesalter-leitung-von-kindertageseinrichtungen.html