Auf Dauer kann das Sozialtherapeutische Zentrum Gut Priemern die alleinige Trägerschaft für die Meßdorter Sporthalle nicht mehr stemmen. Um mittelfristig eine Schließung zu vermeiden, sind Ideen und vor allem Geld gefragt.

Meßdorf l 15 Knirpse im Alter zwischen drei und sechs Jahren hatten am Dienstagnachmittag die Meßdorfer Turnhalle in Beschlag genommen. Unter Anleitung von Anne Lenz hatten sie viel Spaß bei den unterschiedlichsten Sportspielen. Einmal pro Woche können die kleinen Meßdorfer, Arensberger, Späninger, Schönebecker und Biesenthaler so in der Gruppe ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen. Dass gleichzeitig vor der Halle der Krisenstab tagte, interessierte die Jungen und Mädchen wenig. Die Erwachsenen stehen derzeit nämlich vor der Frage: Steht die Messdorfer Sporthalle vor dem Aus oder findet sich ein anderes Finanzierungsmodell?

Mit dem Kauf der ehemaligen Förderschule in Meßdorf wurde das Sozialtherapeutische Zentrum Gut Priemern gleichzeitig Eigentümer dieser Sportstätte. Uwe Lenz, damals nicht nur Meßdorfer Ortsbürgermeister, sondern auch Geschäftsführer des Gutes, rettete die Einrichtung so bereits vor fünf Jahren für das Dorf. Die Einheitsgemeinde Stadt Bismark hätte das Objekt nicht tragen können. Gut Priemern finanzierte alleine den Weiterbetrieb.

Mittlerweile haben sich aber die Zeiten geändert, "wir müssen wirtschaftlicher denken", räumt Christoph Lenz, der seinem Vater auf dem Geschäftsführerposten folgte, ein. Das Sozialtherapeutische Zentrum könne mittelfristig die Betriebskosten in Höhe von rund 8000 Euro jährlich, davon allein 6000 Euro Heizkosten, nicht mehr alleine bezuschussen. Finden sich keine Alternativen, werde sich Gut Priemern spätestens 2016 von der Halle trennen müssen. Gleichzeitig sicherte Lenz aber zu, vorläufig das Gebäude weiter zur Verfügung zu stellen.

Gefragt ist nun ein anderes Trägermodell, um dem Breitensport in der Region auch künftig ein Zuhause zu bieten, und dieser Breitensport ist gut aufgestellt. Neben den Drei- bis Sechsjährigen nutzen noch zwei weitere Kindergruppen die Halle. Diese werden von den mobilen Streatworkern des Kreissportbundes betreut. Von einer Schließung wären darüber hinaus unter anderem die Volleyballer und die Frauensportgruppe betroffen. All diese Aktiven müssten in eine andere Sporthalle ausweichen. Die nächste steht in Bismark, aber speziell in den Wintermonaten seien dort so gut wie keine Kapazitäten mehr frei, so Alexandra Tinneberg, die sich dem Kampf um den Erhalt der Sportstätte angeschlossen hat.

Kreissportbund sicherte Hilfe zu

Bereits vor wenigen Tagen wurde nach Alternativen gesucht. Meßdorfer um Ortsbürgermeister Uwe Lenz, Christoph Lenz als Vertreter des derzeitigen Trägers, die Vorstände der Sportvereine Edelweiß Messdorf und Eintracht Späningen sowie Vertreter des Kreissportbundes berieten über die Zukunft der Halle, deren Bausubstanz und Ausstattung noch ein recht gutes Niveau besitzen.

Kleine Fortschritte seien erst einmal erzielt worden, zeigt sich Christoph Lenz optimistisch. Sowohl Bürger als auch der Ortschaftsrat hätten schon finanzielle Unterstützung zugesichert. Auch der Kreissportbund möchte aktiv am Erhalt der Turnhalle mitwirken. Lenz selber versprach, dass sich das Sozialtherapeutische Zentrum auch nicht ganz aus seiner Verantwortung zurückziehen werde. Allerdings sei die Frage, wie ein langfristiges Trägermodell aussehen und finanziert werden könnte, noch nicht geklärt.

Deshalb seien Ideen und vor allem materielle Unterstützung der Bürger gefragt. Wer helfen kann, möge sich an Übungsleiterin Anne Lenz, Ortsbürgermeister Uwe Lenz, Familie Tinneberg oder direkt an den Träger Gut Priemern wenden. Ein Spendenkonto ist bereits eingerichtet:

Bank für Sozialwirtschaft

Sozialtherapeutisches Zentrum Gut Priemern gGmbH

BIC: BFSWDE33MAG

IBAN: 38 81 02 05 00 00 0746 95 03

Stichwort: Sporthalle Messdorf

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