Stendal (ta) l Manche Krankheiten sind durch den Volksmund fast jedem bekannt und als so widerlich und ansteckend verschrien, dass man damit auf keinen Fall in Kontakt kommen will - unter anderem die Krätze. Gemeint ist eine durch winzige Milben hervorgerufene Hauterkrankung, die mit einem heftigen nächtlichen Juckreiz, juckenden Knötchen oder Papeln, entzündlichen Hautveränderungen und aufgekratzten Hautstellen einhergeht. Überraschenderweise trifft es oft auch sehr gepflegte Menschen.

Und auch, wenn sie eigentlich als ausgestorben galt - die Krätze war nie wirklich weg. Nur tritt sie eben jetzt wieder vermehrt auf, auch im Landkreis Stendal.

Bereits 11 Erkrankte im Landkreis Stendal

Während im Jahr 2014 dem Gesundheitsamt 25 Erkrankungen gemeldet wurden, sind es im Jahr 2015 bereits 11 Erkrankte (Stand 4. März). "Es gab vermehrt Häufungen in einer Familie", erklärt dazu Dr.Iris Schubert, Amtsärztin im Gesundheitsamt Stendal. Die Krätze breitet sich sehr schnell aus. Dazu reicht es schon, in näherem Kontakt zu einem Erkrankten zu stehen. Gefährdet sind all jene, "die sich gemeinsam ein Bett teilen", so Schubert weiter. Das gilt nicht nur für Paare, sondern unter anderem auch in Kindereinrichtungen.

Im Falle einer Erkrankung ist es daher unbedingt notwendig, seine Umgebung darüber zu informieren, denn diese muss sich wegen der hohen Ansteckungsgefahr ebenfalls ärztlich behandeln lassen.