Seit dem vergangenen Wochenende kennen einige Sachsen-Anhalter mehr die Kaiser- und Hansestadt Tangermünde. 40 Ärzte waren am Sonnabend hier zu Gast - Teilnehmer der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Das Ärzteparlament war auf Anregung des Stendaler Kinderarztes Dr. Hans-Peter Sperling in die Stadt an der Elbe gekommen.

Tangermünde l "In der Vergangenheit war es immer so, dass diese Tagungen in Magdeburg stattfanden", berichtete der Stendaler Mediziner Dr. Jörg Böhme am Rande der Veranstaltung. Nun würden die Frühjahrstagungen an anderen Orten des Landes Sachsen-Anhalt organisiert. Nachdem das im vergangenen Jahr Dessau war, hatten sich die Mitglieder jetzt für Tangermünde entschieden. Sperling und Böhme hatten die Organisation vor Ort übernommen. Dazu gehörte unter anderem ein kleines kulturelles Rahmenprogramm, dargeboten von Schülerinnen und Schülern der Musik- und Kunstschule Stendal.

Zum Auftakt der eintägigen Veranstaltung überreichte die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz, an zwei verdiente Persönlichkeiten das Ehrenzeichen der Ärztekammer. Zum ersten Mal in der Kammergeschichte, so erklärte sie, würde dieses an zwei Nicht-Ärzte vergeben. Sowohl Professor Hans Lilie aus Halle als auch Ehrenfried Messal aus Königslutter hatten der Kammer in den vergangenen Jahren als Juristen zur Seite gestanden. Für ihre Arbeit, Unterstützung und Zusammenarbeit mit den Ärzten im Land wurde ihnen diese Würdigung zuteil.

Kollegen aus dem Ausland

Im weiteren Verlauf der Tagung nahmen sich die Mediziner des Themas Ärztemangel an. "Dabei geht es nicht um die Tatsache allein, sondern um die seit Jahresbeginn eingeführten Sprachprüfungen für ausländische Berufsangehörige", präzisierte Kammersprecher Tobias Brehme. Seit Januar 2015 müssten alle ausländischen Ärzte eine Fachsprachenprüfung auf dem Sprachenniveau der Stufe "C1" ablegen, wenn sie im Land arbeiten wollen. Dabei würden reelle Situationen durchgespielt und abgefragt. Arzt-Patienten-Gespräch, das Erheben einer schriftlichen Anamnese, eine telefonische Befundübermittlung und ein Arzt-Arzt-Gespräch gehörten zur Standardprüfung.

Jeder zehnte Mediziner im Land habe eine ausländische Herkunft. Von den aktuell 8825 in Sachsen-Anhalt berufstätigen Ärztinnen und Ärzten kämen 902 aus dem Ausland - viele aus Osteuropa (Rumänien, Bulgarien oder Russland).

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