Seit dem 19. Dezember ist die neue Straße zwischen Tangermünde und Bölsdorf, die L 31, befahrbar. Gestern am späten Nachmittag wurde das 7,2 Millionen Euro teure Bauwerk von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff offiziell für den Verkehr freigegeben.

Tangermünde/Bölsdorf l "Was lange währt, wird gut" - ein Sprichwort, das ganz sicher für die neue Straße zwischen Tangermünde und Bölsdorf verwendet werden kann. Der Grund: Im Dezember 2014 wurde vollendet und zur Nutzung freigegeben, was seit mehr als zehn Jahren geplant wurde.

Sobald die Elbe Hochwasser führt und im Tanger dazu parallel das Wasser steigt, dauerte es in der Vergangenheit nicht lange, und auch die Straße zwischen beiden Orten wurde überflutet, war nicht mehr befahrbar. Aus den wenigen Kilometern wurden dann immer mehr als 30, um ans Ziel zu kommen. Nach dem Elbehochwasser 2002, als die Bölsdorfer, aber auch Bewohner vieler Nachbardörfer wieder etliche Wochen die Umleitung fahren mussten, wurde die Planung einer neuer Trasse in Angriff genommen. 2005 lag die Genehmigung der Entwurfsplanung vor, 2007 war das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Grundstücksankäufe folgten und zwischendurch weitere Hochwasser, die die Straße unbefahrbar machten. Im Neubauabschnitt, so hieß es in einer Mitteilung der zuständigen Behörde, werde die Fahrbahn um etwa 20 Zentimeter angehoben. "Damit können Hochwasser gut abgefangen werden. Ereignisse wie 2002 und 2013 zählen zu den sogenannten Jahrhunderthochwassern, die eher zu den außergewöhnlichen Flutereignissen zählen und damit zu den gering vorkommenden Hochwasserständen gehören", erklärte dazu Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Nord.

Hieß es 2005 noch, dass der Bau etwa fünf Millionen Euro kosten würde, wurden daraus letztendlich 7,2 Millionen Euro - finanziert vom Land Sachsen-Anhalt, dem Bund und der Europäischen Union. 2,8 Kilometer lang und 6,50 Meter breit ist die neue Trasse, zwei Brückenbauwerke wurden neu errichtet, das größere der beiden über den Fluss Tanger hat eine Spannweite von 44 Metern. Begleitet wird die neue L 31 von einem westlich angeordneten Radweg.

Im Mai 2013 war mit den Arbeiten begonnen worden. Von Juli bis Dezember 2014 war die Straße voll gesperrt gewesen. Seit dem 19. Dezember rollt der Verkehr wieder uneingeschränkt.

"Eine solche Straße ist wichtig für die Lebensqualität im ländlichen Raum, nicht nur Breitband und Internet", betonte Haseloff gestern. Und angesichts des tollen Wetters, der vielen Menschen, dem Kindergekreische und hechelnden Hunden, fügte er hinzu: "Das hier und heute ist eine richtig heile Welt. Lassen Sie uns das feiern."

Rudolf Opitz lud den Ministerpräsidenten dazu ein, später bei einem kleinen Rad-Rundkurs die Region zu entdecken. Denn mit der Straße wurde nicht nur ein Unfallschwerpunkt genommen, sondern auch ein Radweg gebaut. Dieser macht es jetzt möglich, von Tangermünde über den Elbdeich und Bölsdorf eine Rundreise zu unternehmen.