Zum Frühjahrsputz rund um den "Staats-Palast" waren am Freitag Alt und Jung gekommen. Drinnen und draußen gab es viel zu tun. Dabei ging es nicht nur um das Saubermachen, auch Projekte wurden fortgeführt.

Staats. Genau heute vor zwei Jahren wurde das Jugendhaus, eine Begegnungsstätte im Kirchspiel Staats, eröffnet. Über ein Jahr lang haben die Jugendlichen und Mitglieder der Kirchengemeinde zuvor in Eigenregie die rund 200 Jahre alte Kantorscheune zu dieser Begegnungsstätte umgebaut. Dabei erhielten sie fachmännische Hilfe. Es ist ein Schmuckstück geworden. Am Freitag versammelten sich Freiwillige, um einen Frühjahrsputz imund um das Gebäude vorzunehmen. Von Kindern bis Senioren kamen zahlreiche Interessierte.

Eidechsenunterschlupf und Getreideschaubeet

Johann und Marie wischen den Schmutz von ihren Händen. Mit dem Werk ihrer Arbeit sind die beiden Kinder zufrieden. Sie sammelten die auf dem Gelände herumliegenden Feldsteine ein und errichteten aus ihnen einen Unterschlupf für Eidechsen. Gemeindepädagoge Andreas Hoenke, der zu diesem Frühjahrsputz aufrief, suchte zuvor mit ihnen einen geeigneten Platz aus. "Es muss lange die Sonne darauf scheinen", erklärte er seinen jungen Helfern. In der Nähe der Mauer haben sie einen solchen Platz gefunden, und schon legen sie mit ihrer Arbeit los. Im Sommer werden sievorsichtig spähen, ob ihr Unterschlupf angenommen wird.

Die Schaffung eines Jugendhauses, das die Staatser – angelehnt an ihren Ortsnamen – auch gern "Staats-Palast" nennen, hat sich das Leben im Einklang mit der Natur, der Schöpfung, auf die Fahnen geschrieben. So entstand bereits in den Vorjahren ein Insektenhotel. Unter dem Dach gibt es eine Luke für die Eule. Der Eidechsenunterschlupf ist nun eine Erweiterung des Ganzen. Die Idee zieht sich auch im Inneren das Hauses weiter fort,. So gibt es keine Heizung, sondern einen Ofen. Geheizt wird mit nachwachsenden Rohstoffen. Karl-Heinz Jung hackte am Freitag Brennholz für den Ofen.

Für das Auffüllen der Beete nutzten die Helfer den angelegten Komposthaufen. Thomas Michels filterte den Inhalt. Die gewonnene Humuserde brachte er zu den Beeten. Was noch nicht verrottet war, kam erneut in den Komposthaufen. Dieser wurde an einer anderen Stelle neu aufgeschichtet.

Die Helfer bereiteten das Anlegen eines Schaugetreidefeldes vor. Bereits im Herbst wurden Getreidesorten ausgesät. In den nächsten Tagen werden jene Sorten in die Erde kommen, die erst im Frühjahr bestellt werden. Die Pflanzen sind keine Hybriden. Es sind überwiegend alte Sorten. So sind auf dem Beet Wildeinkorn, Dinkel, Fuchsweizen, Wunderkorn, Winterweizen, orientalischer Weizen und so weiter zu finden. "Wir wollen mit diesem Schaubeet die Vielfalt darstellen", erklärte Andreas Hoenke. Ausgebessert wurde das Weidenzelt auf dem Gelände.

Beim Frühjahrsputz wurden auch profane Aktionen erledigt. So waren Beete zu pflegen und im "Staats-Palast" die Fenster zuputzen. Im Anschluss gab es einen Imbiss für alle Helfer.

Projekt mit und für Nachhaltigkeit

Gäste werden im Jugendhaus noch in diesem Monat erwartet. Hoenke lädt wieder zu einem gemeinsamen Filmnachmittag ein. Hintergrund des gemeinsamen Filmeguckens ist die Kampagne "Klimawandel – Lebenswandel" der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. In Anlehnung der Idee "Mitmach-Gutscheine Fernsehen" schauen Interessenten in Staats gemeinsam "in die Röhre" und sparen so CO2 ein. Ein weiteres Beispiel der Nachhaltigkeit des Projekts "Staats-Palast".

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