Damit Kita und Schule nicht aneinander vorbeireden gibt es seit einigen Jahren Kooperationsvereinbarungen. Eine solche haben auch die Kita "Märchenland" und die Grundschule "Juri Gagarin" geschlossen Das Thema Schule ist auch eines unserer Blickpunkt-themen in diesen Tagen, wie der nebenstehende Coupon ausweist. Beteiligen Sie sich auch an unserer Online-Umfrage unter www.volksstimme.de/leserbefragung.

Stendal. Gestern noch in der Kita, morgen schon in der Schule ... Was sich einfach und selbstverständlich anhört, stellt Eltern und Pädagogen in der Praxis zuweilen vor große Herausforderungen. Die möglichst koordiniert und in Absprache zu meistern, soll Ziel für alle Kitas in Stendal sein. Kooperationsvereinbarungen, die sich mit dem Übergang von Kindergarten zu Grundschule beschäftigen, gibt es zum Beispiel zwischen der Kita Märchenland und der Gagarin-Grundschule, beide in Nachbarschaft in Stadtsee beheimatet.

"Der Übergang von der Kita zur Schule ist für Eltern der wichtigste Einschnitt im Leben ihrer Kinder, da gibt es hohe Erwartungen", sagte Anke Kröning, Märchenland-Leiterin, am Montag auf der städtischen Sozialausschuss-Sitzung. Erwartungen hinsichtlich des Entwicklungsstands des Kindes und der möglichst geschmeidigen und abgestimmten Gestaltung der Übergangsphase. "Da sich dabei die Zuständigkeiten überschneiden, müssen gemeinsam Konzepte erarbeitet werden, die sowohl Kita als auch Schule in die Verantwortung nehmen", erläuterte Kröning.

Grundlage für dieses Vorhaben, das zwischen Märchenland und Gagarin-Schule seit vier Jahren angepackt wird, ist ein Erlass des Kultusministeriums, der "mit Leben gefüllt werden muss", so Schulleiterin Monika Teichert. Darum planen sie und Anke Kröning mit ihren Pädagogen seit vielen Jahren entsprechende Vorhaben gemeinsam. Dazu gehören ein Elternabend für künftige Schulanfänger bereits ein Jahr im Voraus; die Möglichkeit für Lehrer, Besuche in der Kita zu machen, um den Entwicklungsstand der Kinder kennenzulernen; Informationen für Eltern über eventuellen Förderbedarf; einmal monatlich eine Schnupperschulstunde im Kindergarten und auch ein Kennenlerntag in der Schule.

Organisationstalent

Dass Schule und Kitas zum Teil ganz andere Ansätze in der Förderung verfolgten, merke man immer wieder, stellt Anke Kröning fest. Erzieher legten auf andere Fähigkeiten Wert als Lehrer. "Für die Lehrer ist es sehr wichtig, die Kinder vorher kennenzulernen, einen eigenen Blick für sie und ihre individuellen Fähigkeiten oder Probleme zu bekommen, damit man auch die Klassen entsprechend zusammenstellen kann", sagt Teichert.

Die Vorschularbeit, die eine Selbstverständlichkeit sein sollte, verlange ein Riesenorganisationstalent, weiß die Rektorin aus Erfahrung. Ihr eigenes lässt sie in diesen Dingen nicht nur mit der Kita "Märchenland", sondern noch mit drei weiteren Kitas in Stadtsee zur Geltung kommen.