Stendal. Dass Sachsen-Anhalt eine Spitzenposition bei der Erzeugung erneuerbarer Energien einnimmt, hat das Land zu einem nicht geringen Teil der Altmark zu verdanken. Dort drehen sich heute bereits rund 400 Windenergieanlagen, die 1, 7 Millionen Megawattstunden Strom erzeugen.

Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn : " Wenn dieser Plan so durchgeht, werden wir im Endeffekt 600 bis 700 Windenergieanlagen in der Altmark haben. " In diesen Satz packt Frank Leskien, Mitarbeiter der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark, was der neue Entwurf des Teilplans " Wind " des Regionalen Entwicklungsplans ( REP ) Altmark für die Region bedeuten könnte – vorgestellt am Mittwochabend während der Sitzung des Kreis-Wirtschaftsförderausschusses.

Dieser Plan weist 22 Vorranggebiete ( siehe Info-Kasten ) aus, in denen Windenergieanlagen gebaut werden können – die größten südwestlich von Brunau mit 783 Hektar und nördlich von Hüselitz mit einer Fläche von 526 Hektar.

Wobei sich letztere Fläche um rund 30 Hektar bei Windberge reduzieren könnte, sollte sie zu nah an der Trasse für die nordverlängerte A 14 liegen.

Im ursprünglichen Teilplan Wind des 2005 beschlossenen REP waren 17 " Eignungsgebiete für die Nutzung von Windenergie " benannt. Dieser Plan wurde 2007 vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg für unwirksam erklärt ( die Volksstimme berichtete ).

Der Altmärkischen Planungsgemeinschaft war damit aufgetragen, sich dieses Themas noch einmal – bei null beginnend – zuzuwenden.

Im neuen " Teilplan Wind " ist nun ganz bewusst nicht mehr von Eignungsgebieten die Rede. In solchen für Windräder geeigneten Gebieten hätte sich auch andere Industrie ansiedeln können. In den nun ausgewiesenen Vorranggebieten geht das nicht. Hier können nur Windenergieanlagen entstehen. Außerhalb dieser 22 Vorranggebiete dürften demnach keine " raumbedeutsamen " Windkraftanlagen ( höher als 50 Meter ) entstehen. Wer den Bau von Windenergieanlagen plant, wird mit dieser Einschränkung leben. Immerhin umfasst die Gesamtfläche der Windkraft-Vorranggebiete in der Altmark nun 4833 Hektar.

Bedenken müssen potenzielle Bauherren allerdings, dass es sich beim Teilplan Wind der REP um einen ersten Entwurf handelt, für den jetzt das Beteiligungsverfahren läuft. Träger öffentlicher Belange ( zum Beispiel Kommunen und Verbände wie der Nabu ) können bis zum 17. Mai Stellung nehmen. Diese Stellungnahmen werden in einem konkretisierten, zweiten Entwurf des Teilplans Wind zu berücksichtigen sein, der bis zum Ende 2011 beschlossen werden soll. Mindestens so lange werden Anträge auf den Bau von Windkraftanlagen außerhalb dieser Vorranggebiete auf Eis gelegt.

Der Entwurf des Teilplans Wind des REP ist im Internet veröffentlicht.

www. altmark. eu