Frühlingsbeginn ist auch der Beginn der Saison auf dem Flugplatz Borstel. Die Segelflieger des Aero-Clubs Stendal haben mit dem Training begonnen – ab 14 Jahren kann man bei ihnen die Flugschule besuchen.

Von Nora Knappe

Stendal / Borstel. " Stabile Luft, das ist heute nix. " Was für den Laien einfach nur wie schönes Wetter aussieht, ist für Christoph Barniske ein bisschen Grund zum Bedauern. Er wünscht sich labile Luft, also Schichten, die nicht so starr übereinanderliegen, sondern mehr verwirbeln. Thermik ist das Zauberwort. Dann macht das Segelfliegen so richtig Spaß, dann bleiben die motorlosen Flugzeuge stundenlang oben, dann muss man nicht so schnell wieder landen und wieder und wieder starten.

Aber für Flugschüler wie Felix Reinert ist dieses Wetter ideal. Denn die müssen in der Anfangsphase ihrer Flugschule vor allem das Starten und Landen üben. " Das Landen ist mit am schwierigsten, das ist Millimeterarbeit am Steuerknüppel ", sagt Barniske. Felix, der 14-Jährige aus Bismark, macht dabei schon einen ziemlich versierten Eindruck. " Ich habe schon 110 Starts gemacht, nach dem 50. hatte ich meinen ersten Alleinflug. "

Fliegen, ein Traum, den so mancher am Bodengebliebene träumt. Christoph Barniske hilft dabei, ihn wahrzumachen. Der 28-Jährige ist einer von vier Segelfluglehrern im Club, frönt seit 14 Jahren diesem stillen Sport. Streckenfliegen, also das Fliegen auf Leistung, macht er am liebsten. Die nächste Qualifikation ist der Altmark-Pokal im Juli in Borstel. Da kommt es dann auf die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit an, mehr als 200 Kilometer pro Stunde kann ein Segelfl ieger schaffen. Normal sind so an die 80, 90 km / h. Barniske schwärmt noch heute von einem seiner weitesten Flüge : Neun Stunden war er in der Luft, kam bis nach Polen.

" Streckenfliegen ist zwar körperlich nicht so anstrengend, aber mental ", sagt er. " Man muss immer den Luftraum beobachten, den Flugweg planen, die Thermik und das Flugwetter im Kopf haben. " Aber die Minuten zwischendurch, in denen er entspannt dahingleitet, entschädigen für die Anstrengung.

Flugschüler Felix hat noch einige Starts vor sich, bevor er alle Manöver und die Streckenfl ugplanung beherrscht. Etwa zwei Jahre dauert die Ausbildung. Aber dann steht ihm der weite Himmel offen – der Wind trägt ihn, und die Stille ist sein Begleiter.