Auch wenn der Winter mit jeder Menge Schnee, Eis und Frost für Bauarbeiten nicht gerade die besten Voraussetzungen bot, hat sich in den vergangenen Monaten viel getan in der Havelberger Domkurie " D 8 ". Ein-Euro-Jobber haben die Voraussetzungen geschaffen, damit die Sanierung des fast 300 Jahre alten Hauses bald beginnen kann.

Havelberg. Gut 1200 Lehmsteine sind schon fertig, weitere knapp 9000 müssen noch angefertigt werden, damit ausreichend für die Dämmung der Außenwände der Domkurie zur Verfügung stehen. Alfred Koszian weiß, wie die richtige Konsistenz aus Lehm und Stroh sein muss, er mengt beides zusammen, reicht die Masse an Heinz Schmidt, der sie weiter vermischt und sie dann an Eberhard Schulz und Dietmar Uecker in eine hölzerne Form gibt. Beide pressen das Gemisch fest in die Form, damit ein ordentlicher Lehmstein entstehen kann.

In den Regalen des Vertriebsraumes der früheren Havelberger Fleischerei liegen bereits viele Lehmsteine. Aus manchen treiben dünne grüne Halme. Sind diese abgetrocknet, ist der Stein gut ausgetrocknet, hat Ute Schröter, Vorsitzende des Vereins " denkMal und Leben ", vom Lehmbauexperten Dr. Peter Dörfel aus Storbeckshof erfahren. Er hat die Mitarbeiter auch schon geschult.

Abgesehen von den vielen Lehmsteinen, die vorbereitet sind, wurden in der Kurie in der Domherrnstraße 8 die Voraussetzungen geschaffen, damit bald die Sanierung beginnen kann.

So haben die Beschäftigten zum Beispiel im Erdgeschoss die Böden bis auf 35 Zentimeter Tiefe ausgehoben, damit dort die Dämmung eingebracht werden kann. Der ausgehobene Sand wird wieder genutzt, so wie alles Baumaterial, das noch verwendbar ist. Auf dem Gelände der " D 8 " beziehungsweise nebenan an der alten Fleischerei und Konsumbaracke lagern Baustoffe. Darunter Lehm, den der Verein von Bürgern aus Abbruchhäusern bekommt und auch weiterhin gern entgegennimmt.

Insgesamt werden 15 Ein-Euro-Jobber noch bis Ende April in der " D 8 " arbeiten. Über den Verein sind Sven Quasebarth und Eberhard Schulz festangestellt, Alfred Koszian über die Töpferei. Für eine weitere Ein-Euro-Maßnahme gibt es noch genug zu tun. Der Verein wird einen Antrag an die Arge stellen.

Für die Sanierung der Kurie, für die der Havelberger Stadtrat gut eine Million Euro Förderung aus dem Städtebaulichen Denkmalschutzprogramm bewilligt hat, sind 1, 36 Millionen Euro veranschlagt. Aufgrund des langen Winters konnte das Gerüst noch nicht aufgestellt werden. Ute Schröter hofft nun auf baldigen Baubeginn, denn im Herbst soll die Gebäudehülle fertig saniert sein. Derzeit wartet die Vereinsvorsitzende noch auf die Baugenehmigung, für die noch brandschutztechnische Fragen geklärt werden müssen.

Über den Fortschritt an und in der " D 8 " können sich Besucher beim Frühlingsfest informieren, das am 24. und 25. April stattfindet. Zuvor gibt es wieder einen Arbeitseinsatz für freiwillige Helfer. Er ist für den 20. März geplant.