Stendal. Mit der Reihe " Jazz im Theater " ist es der Musikerfabrik Frank Wedel gelungen, einerseits regelmäßig hochkarätige Jazzmusikformationen nach Stendal zu holen, andererseits hat sich um diese Musikreihe ein fester Stamm interessierter, vielfach fachlich orientierter Zuhörer geschart. Aus mutigen Anfangsversuchen heraus sind heute die Jazzkonzerte nicht mehr aus dem Musikgeschehen unserer Stadt wegzudenken. Sie sind neben den klassischen Sinfoniekonzerten und Kammermusikveranstaltungen ein wichtiger Bestandteil vielfältiger Musikkultur in Stendal geworden.

Zu Beginn der Saison 2009 / 10 gastierte am Samstagabend das Duo " Mosik " im Kleinen Haus des TdA. " Mosik " bezeichnet sowohl das deutsche Wort Musik als auch den französischen Bestandteil " mosaique ". Hier werden die Wurzeln des Programms der beiden Protagonisten sichtbar : Susanne Stephan, Klarinette, Halle und Gitarrist Roman Scholz, auch aus Halle. Ihr Repertoire umfasst Gypsy-Jazz Django Reinhardts. Aus einer Zigeunerfamilie stammend, schuf er den Improvisationsstil für Gitarre, die er virtuos beherrschte. Aus dem Klangrepertoire der Zigeunermusik heraus entstand treibender Swing, gemischt mit improvisiert impressionistischem Lyrizismus.

Darauf basierend erklang im Konzert der beiden Jazzer, die an diesem Abend durch Bassist David Werbach, Leipzig, verstärkt wurden, auch Pariser Kaffeehausmusik in Musetterhythmen. Ausflüge zur jiddischen Klezmermusik bei " Tants und Frejlichkeit " inklusive. Natürlich fehlte auch der lateinamerikanische Einschlag nicht im Programm, dargeboten als eigene Adaptionen und Arrangements für das Duo. Die Musiker beherrschten ihre Instrumente meisterhaft. Virtuos nahmen sie Melodie-themen voneinander ab, improvisierten nach Herzenslust die Inhalte auslotend, um am Schluss jedes Titels wieder im harmonischen Akkord zusammenzufinden.

Die Zuhörer begleiteten die ausdrucksvollen Soli mit kenntnisreichem Beifall, der auch nach jedem Titel und am Ende den Künstlern dankte.