Stendal ( ri ). Adaptionen von Munchs Schrei, Pop-Art-Arbeiten, die Bilder erstarren lassen, trashig wirkende Collagen zum Jüngsten Gericht, ungezwungen fröhliche Pappschnitt-Selbstbildnisse, Konzeptkunst, Foto-Poträt-Experimente, Totentänze, Textilcollagen, Clownsbilder, Fenster als Symbole des Ausblicks – so vielfältig die Techniken, so vielfältig auch die Aussagen der Werke. Und so vielfältig auch die Autoren : Rund 70 Schüler dreier Stendaler Gymnasien haben Arbeiten für die Ausstellung " Vom Mensch-Sein " beigesteuert, die bis zum 30. November im Altmärkischen Museum in drei Räumen gezeigt werden.

Anlass für diese Zusammenarbeit von Hildebrand-, Privat- und Winckelmanngymnasium, die es in dieser Form noch nie gegeben hat, war die Ausstellung " Justiz im Nationalsozialismus ", die bis vor kurzem im Landgericht zu sehen war. Schon frühzeitig hatte es die Idee gegeben, die Ausstellung mit einer Exposition von Schülerarbeiten zu begleiten. Rainer Döring, Kunstlehrer am Hildebrandgymnasium erklärt : " Wir Kunstlehrer der Stendaler Gymnasien haben uns sehr schnell darüber verständigt, dass eine direkte Auseinandersetzung mit dieser sehr speziellen und komplexen Thematik eine von Schülern kaum zu bewältigende inhaltliche Dichte verlangen würde und eine eher plakative Form der Darstellung auf Grund fehlender Lebensbezüge das Ergebnis wäre. "

Die Kunstlehrer entschieden sich aus diesem Grund dafür, dass sich die Schüler unterschiedlicher Klassenstufen mit dem Thema des Menschseins im Allgemeinen, mit all seinen reichen Facetten – auch in Hinblick auf kritische und leidvolle Erfahrungen jenseits schöner Erlebnisse – auseinandersetzen sollten. Döring : " Die meisten dieser Arbeiten sind keine Sonntagsbilder und passen nicht in die gute Stube. Sie sind in ihrer Gesamtheit aber Ausdruck dafür, was auch Schulkunst vermag und in welcher enormen Vielfalt Schüler selbstbewusst, mit eigenen Positionierungen ihre sehr individuelle Sicht auf ein Thema finden und es künstlerisch umzusetzen vermögen. "