Sie reiten durchs Land für eine friedliche Welt, für Abrüstung und gegen Atomkraft : Am Freitag trafen Friedensreiter aus ganz Deutschland in Stendal, dem Endpunkt ihres Ritts, ein. An diesem Sonnabend wollen sie um 11 Uhr sie mit einer Aktion auf dem Marktplatz die Stendaler auf ihre Ziele aufmerksam machen.

Stendal. Hufgetrappel wird am Sonnabend um 11 Uhr über den Marktplatz hallen. 15 Friedensreiter und eine ebenso große Gruppe Radfahrer – Frauen und Männer aus vielen Regionen Deutschlands – wollen die Stendaler mit dem Anliegen ihres diesjährigen Ritts bekannt machen. Unter dem Motto " Vorrang für Zivil " geht es ihnen um eine Welt des Friedens, ohne Waffen und Atomkraft, im Einklang mit der Natur.

" Wir wollen die Stendaler darüber informieren, wie teuer die Rüstung ist und was sie bewirkt, und wir wollen mit ihnen ins Gespräch kommen ", sagt der Rätzlinger Jörg Lauenroth-Mago. Neben Informationstafeln werden die Friedensreiter auf dem Marktplatz Szenen darbieten, in denen Soldatenstiefel ebenso eine Rolle spielen wie Frauen- und Kinderschuhe – Symbole dafür, dass Kriege bei der Auswahl ihrer Opfer nicht wählerisch sind.

Gestern Nachmittag sind die Friedensreiter in Stendal eingetroffen, wo sie zwei Nächte in einem Privatgarten am Schweineigelweg verbringen. Die Hansestadt ist der Endpunkt des diesjährigen Friedensritts. Am vergangenen Sonnabend in Haldensleben gestartet, führte sie ihr Weg über Samswegen nach Magdeburg und von dort über Dolle und Brunkau nach Stendal. 150 Kilometer haben sie auf dem Rücken ihrer wackeren Pferde zurückgelegt.

Auch der Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide lag an ihrem Weg. " Als Reiter spürt man ganz besonders, welches Juwel den Menschen dort verloren geht ", beschreibt Jörg Lauenroth-Mago seine Gefühle. Statt Krieg zu üben, sollte die ganze Heide seiner Meinung nach den Menschen zur Verfügung gestellt werden. Lauenroth-Mago weiter : " Dass die Friedensbewegung, darunter auch Friedensreiter, das Bombodrom in Brandenburg verhindern konnte, macht uns Mut. "

Unter den 15 Reitern sind Frauen und Männer aus Osnabrück und Oldenburg, aus Kassel und Berlin. Ute Radermacher kommt aus Marienheide bei Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen. Seitdem die Friedensreiterbewegung 1984 ins Leben gerufen wurde, ist sie fast jedes Jahr dabei. " Uns eint der Wille, friedlich miteinander umzugehen in dieser Welt. Das schließt auch den Umgang mit der Natur ein ", umreißt sie das Anliegen der Friedensreiter. Ute Radermacher stellt die Milliardenausgaben für die Rüstung den Mitteln für zivile, deeskalierend wirkende Friedensdienste gegenüber : " Dafür ist leider kein Geld da. "