Schönfeld ( ifr / ge ) Mit solchem Zuspruch hatte Bürgermeister Ernst Andersch nicht gerechnet. Über 150 Radler aus der gesamten Umgebung waren gekommen, um am Wochenende die offi zielle Übergabe zwischen Schönfeld und Wulkau zu feiern. Auf Höhe der ehemaligen, inzwischen abgerissenen Kleinbahn-Haltestelle in Schönfeld hatten sich 50 Radler auf den Weg gemacht, aus der Gegenrichtung, aus Wulkau, waren es sogar über 100.

" Der neue Radweg ist schon eine tolle Sache, schön wäre es, wenn es auch bei uns soweit wäre ", meinte der Schollener Bernd Boll. Er engagiert sich in der Seegemeinde in der Bürgerinitiative für den Bau eines Radweges zwischen Neuschollene und Molkenberg.

Aus der Elbestadt Sandau war Manfred Kaluza mit dem Radlerteam Sandau-Havelberg angereist, ausnahmsweise fand die Ausfahrt mal an einem Sonnabend statt. " Im Namen des Teams geht mein Dank an die beiden Bürgermeister ", freute sich der Sandauer.

Einen sehr weiten Anreiseweg hatte der Neubrandenburger Bruno Böttcher. Der gebürtige Sandauer, der seine Freizeit oft in der Schönfelder Bungalowsiedlung verbringt, war extra wegen der Übergabe angereist, die Räder hatte er vor Ort von der Gemeinde geliehen.

Nach dem symbolischen Scherenschnitt beider Bürgermeister am Waldstück – auf halber Strecke zwischen Wulkau und Schönfeld – blickte Andersch genau 100 Jahre zurück, als die Kleinbahnstrecke am Entstehen war. Damals hätte niemand geahnt, dass der Bahndamm später mal Radfahrern vorbehalten ist. " Wir haben uns lange um den Bau bemüht, doch die Zuständigkeiten bei der Bahn wechselten laufend ", blickte der Schönfelder Bürgermeister zurück. Das habe die meiste Zeit gekostet, der Bau selbst war dann in zwei Monaten vollzogen.

Die Bausumme von 520 000 Euro für den 3757 Meter langen Radweg fand der Bürgermeister arg hoch. Amtskollegin Caren Pfundt aus Wulkau freute sich, dass mit dem Bau ein kompletter Radwegrundkurs über die Schönfelder Bungalowsiedlung und Kamern entstanden sei. " Hoffentlich kommen dadurch auch viele Radtouristen ", merkte sie an.

Nach den Reden bestand Gelegenheit, die verbrauchten Kalorien mit Erbsensuppe aus der Feldküche des Klietzer Landgasthofes wieder aufzufüllen. Das Essen sowie Brause und Glühwein spendierten die beiden Kommunen.

Zum Ende des Vorjahres führten in Sachsen-Anhalt Radwege an 695 Kilometern Bundes- und 282 Kilometern Landesstraßen entlang. In diesem Jahr wird das Radwegenetz um insgesamt rund 40 Kilometer verlängert.

Der Radwegabschnitt zwischen Scharlibbe und Schönfeld entlang der B 107 wird nicht dazugehören. Das bestätigte das Verkehrsministerium auf Nachfrage der Volksstimme am Montag. Er könne erst im nächsten Jahr in Angriff genommen werden, Grundstückskäufe seien noch zu erledigen. Ist auch dieser Abschnitt dann gebaut, können Radler die Strecke von Klietz bis nach Brandenburg lückenlos unter die Pedale nehmen.