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Ortschaftsrat Osterweddingen fühlt sich nicht informiert - Arbeitsgruppe noch nicht gebildet In die Polizeistation zieht die Kämmerei

Von Yvonne Heyer 24.01.2013, 02:18

Um das Hortproblem an der Grundschule Osterweddingen zu lösen, muss die Polizeistation in Osterweddingen weichen. In die Räumlichkeiten zieht dann die Finanzverwaltung der Gemeinde Sülzetal. Sie macht damit Platz für die Grundschule.

Osterweddingen l Auf dem Hof der Gemeindeverwaltung in Osterweddingen befinden sich seit etlichen Jahren die Räume der Polizeistation Sülzetal. Um das Hortproblem an der Grundschule zu lösen, war der Vorschlag unterbreitet worden, zu prüfen, ob die Polizeistation ausziehen könnte. In die Räumlichkeiten solle dann die Finanzverwaltung der Gemeinde einziehen. Diese sitzt bislang zusammen mit dem Bauamt in einem Nebengebäude der Grundschule. Besagtes Gebäude war einmal Schule und wurde für die Verwaltung seinerzeit umgebaut.

Zieht die Finanzverwaltung aus, würden zwei Etagen frei werden und damit würde ausreichend Platz für die Grundschule geschaffen. Dass seit Jahren bestehende Hortproblem könnte endlich gelöst werden.

Die Fraktionen des Gemeinderates haben inzwischen eine schriftliche Willensbekundung abgegeben und darin dem Leiter des Polizeirevieres Börde in Haldensleben mitgeteilt, dass die Gemeinderäte die Schließung der Polizeistation befürworten und keine Probleme sehen, wenn die Betreuung der Gemeinde Sülzetal künftig durch die Polizeibeamten des Polizeirevierkommissariates Wanzleben übernommen werde würde.

Rudi Wenzel, amtierender Bürgermeister, bestätigte, dass die Auflösung der Polizeistation auf dem Hof der Gemeindeverwaltung angeschoben wurde. "In jedem Fall finden wir in den frei werdenden Räumlichkeiten gut ausgestattete Büroräume für die Finanzverwaltung vor", so Wenzel. Damit wären seiner Ansicht nach mit dem Umzug der Kämmerei gute Voraussetzungen geschaffen, langfristig in den nächsten Jahren eine gute Horteinrichtung an der Grundschule Osterweddingen zu schaffen.

Polizeisprecher Joachim Albrecht bestätigte das Ansinnen der Gemeinde und des Gemeinderates, die Polizeistation auf dem Gelände der Gemeindeverwaltung aufzulösen. Fakt ist, dass der Mietvertrag, der bis Juli Gültigkeit hätte, gekündigt wurde. "Noch können wir nicht abschließend sagen, wie es mit der Polizeistation in Osterweddingen weitergeht. Wir prüfen noch, ob möglicherweise andere Räumlichkeiten angemietet werden. Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, es liegt kein abschließendes Ergebnis in dieser Hinsicht vor", betont der Pressesprecher.

Das Thema Hort und Grundschule sollte am Dienstagabend auch den Ortschaftsrat Osterweddingen beschäftigen. Kritisch äußerten sich die Räte zur Tatsache, dass es keine aktuellen Ergebnisse und Informationen auch hinsichtlich des Auszuges und Umzuges von Polizeistation und Finanzverwaltung gäbe, obwohl das Jahr schon wieder einige Wochen alt sei. Bauamtsleiter Fred Fedder, der als Vertreter der Verwaltung an der Sitzung teilnahm, konnte ebenfalls nicht mit aktuellen Fakten aufwarten, da das Bauamt von der Sache entbunden sei. Zuständig sei das Sozialamt. Zudem sei die Angelegenheit zur Chefsache erklärt worden.

Termin beim Bürgermeister

"Es geht die Zeit ins Land und das Hortproblem erledigt sich von allein, weil die Schule zu gemacht wurde", kritisierte Reiner Mitternacht die Hinhaltetaktik der Gemeinde.

Doch diese wolle sich der Ortschaftsrat von Osterweddingen nicht mehr gefallen lassen. "Mitte Januar sollte bereits eine Runde tagen, in der festgelegt wird, wie es nun weitergehen soll, doch getan hat sich nichts", so der Einwand von Ortsbürgermeister Wolfgang Kettner. Später fragte Liane Samland, Vorsitzende des Schulfördervereins auch nach besagter Arbeitsgruppe, die eigentlich im Januar zur Lösung des Hortproblems gebildet werden sollte. Doch diese Arbeitsgruppe gibt es bislang nicht.

Offen ist für den Ortschaftsrat Osterweddingen zudem die Frage, wie das ganze finanziert werden soll, ob Gelder im Haushalt eingestellt sind.

Die Räte sehen keinen Sinn darin, ein Schreiben an die Verwaltung zu schicken, mit der Forderung, innerhalb von vier Wochen zu den offenen Fragen des Rates zum Hort und zur Polizeistation Stellung zu nehmen.

Stattdessen wollen die Räte nun einen kurzfristigen Termin mit dem amtierenden Bürgermeister machen, um von Angesicht zu Angesicht zu erfahren, wie der Stand der Dinge tatsächlich ist.