Gröningen. Die Sekundarschule in Gröningen schließt zum Ende des Schuljahres als staatliche Schule und eröffnet zum neuen Schuljahr am 25. August in freier Trägerschaft der educado campus GmbH mit einer fünften Klasse. Die Schulleiterin Stefanie Schmidt steckt dafür mitten in den Vorbereitungen. Ein karger Schreibtisch, darauf ein Rechner und drumherum Konzeptpapiere und Ordner. Die Schulleiterin der freien Sekundarschule hat viel vor. In ihrem zunächst provisorischen Büro in den Räumen der Wirtschaftsakademie in Gröningen feilt sie noch an den Details und nimmt unterdessen interessierte Eltern mit ihren Kindern in Empfang, um zu beraten, zu informieren und Verträge zu unterzeichnen. Bislang gibt es 13 feste Zusagen.

Rahmenplan zentral sowie eigene Akzente

Derzeit befindet sich die Schule noch im Genehmigungsverfahren beim Land. "Die Unterlagen sind gerade zur Prüfung im Ministerium" , erklärt Stefanie Schmidt. "Wir sind optimistisch, dass der Schulbetrieb genehmigt und damit auch die Schultradition in Gröningen fortgeführt wird" , blickt sie aber schon voraus.

Und der Betrieb wird ablaufen, wie es der Rahmenplan in staatlichen Sekundarschulen vorsieht. Die Schüler können den Haupt- und Realschulabschluss sowie den erweiterten Real- und den qualifizierten Hauptschulabschluss erwerben. Solange es geht, würden die Schüler gemeinsam unterrichtet, wobei in den Klassen Lerngruppen gebildet werden, um dem Leistungsstand der einzelnen Schüler gerecht zu werden, erklärt Stefanie Schmidt das Prinzip. Bei Vorliegen der Voraussetzungen erhalten die Schüler im Zuge der Sekundarschulausbildung die Chance, unter den Schultypen zu wechseln – von Haupt- auf Realschulabschluss oder von der Sekundarschule aufs Gymnasium.

In diesen Punkten unterscheidet sich die freie Sekundarschule künftig nicht von staatlichen Schulen. "Wir arbeiten nach den staatlichen Rahmenlehrplänen und nach den entsprechenden Gesetzen. Dabei behalten wir uns die Ausgestaltung der Schule nach unseren Vorstellungen vor" , fasst Stefanie Schmidt das Credo zusammen. Und dabei setzen Träger und Schulleiterin auf eine frühe berufliche Orientierung der Schüler.

Zusammenarbeit mit vielen Partnern

"Es geht darum, so früh wie möglich die Kompetenzen der jungen Menschen zu fördern", betont sie, wirbelt herum und greift sich einen Ordner zu dem Thema vom Schreibtisch. Dazu gehören Sprach-, Sozial-, Lern- und Problemlösungskompetenz, liest sie vor. "Die Mädchen und Jungen sollen auf ein selbständiges, sozialverantwortliches Leben vorbereitet werden" , gibt Stefanie Schmidt dann energiegeladen das Ziel aus.

Dafür will die Schule eng mit Partnern zusammenarbeiten. Einer ist die Wirtschaftsakademie in Gröningen, wo zum Beispiel die Werkstätten genutzt werden können. Unternehmen sollen ebenfalls ins Boot geholt werden – für Projekte unter dem Schlagwort "Service-Learning". Stefanie Schmidt erklärt: "Das verbindet fachliches Lernen mit der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung." Projekte würden mit den Betrieben und fächerübergreifend verwirklicht – das Ganze integriert in den Schulalltag. Die Schüler sollen dadurch einen viel besseren Überblick erhalten, was alles in der Berufswelt möglich ist. Ausflüge plant die Schulleiterin selbst auch schon, zum Beispiel in die Dombauhütte nach Naumburg. "Wichtig ist auch, den Input von den Eltern zu erhalten" , erklärt sie und freut sich zugleich: "Sie haben schon jetzt ganz viel Unterstützung signalisiert."

Wer sich über die Schule informieren oder sein Kind dort anmelden möchte, kann sich an Stefanie Schmidt unter Telefon (039 403) 92 17 00 wenden.