Die Ortsgruppe Hohendodeleben des Kreisanglervereins Börde hat sich für die Nachwuchswerbung etwas ganz besonderes einfallen lassen : Die Petrijünger laden die Grundschüler zu einem gemeinsamen Projekttag ein und veranstalten in der Folge einen Familienangeltag. Diesen gab es am Sonnabend das zweite Mal und war mit mehr als 300 Beteiligten sehr erfolgreich. Die Angler besorgten sich 200 Forellen aus einer Aufzucht und setzten diese in den Angelteich ein, um die Gäste an das naturnahe Hobby heranzuführen.

Hohendodeleben. Die achtjährige Aniko Hutschenreiter lässt ihre Pose auf dem Wasser nicht aus dem Blick. Sie steht wie viele andere Kinder aus Hohendodeleben am Angelgewässer " An der Wische " und hofft, dass sich eine der von den Mitglieder der Ortsgruppe Hohendodeleben im Anglerverein des Landkreises Börde ausgesetzten Forellen an ihren Haken verirrt. Dieser ist mit einer kleinen Made bestückt, erklärt die Schülerin.

Um die Pose bilden sich Ringe. Da zappelt etwas. Das Mädchen hat erst seit März den Jugendfischereischein und dies könnte ihr größter bisher gefangener Fisch werden. Die Achtjährige setzt den Anhieb. Die Route krümmt sich und eine 37 Zentimeter große Forelle zappelt an der Schnur. Gekonnt fischen die Angler mit einem Kescher die Forelle an Land. Geschafft ! Ein Erlebnis, das die Achtjährige nicht so schnell vergessen wird.

So erging es auch in der vergangenen Woche den 21 Kindern der 2. und 3. Klasse der Grundschule Hohendodeleben. Die Schüler wurden von den Anglern betreut, die für den Projekttag extra Fische in den Teich eingesetzt hatten. Das erhöhte die Fangchancen gewaltig. Und so konnte jedes der Kinder mindestens eine Forelle mit nach Hause nehmen. " Für uns ist diese Aktion wichtig, weil es zum einen aktive Nachwuchsgewinnung für unseren Anglerverein ist und zum anderen werden die Kinder an ein naturnahes Hobby herangeführt ", erklärt Anglervereinsvorsitzender Karl-Heinz Brod ( 57 ). Die Ortsgruppe zählt 68 Mitglieder. Sie haben den Familienangeltag organisiert. So können sich auch die Eltern einmal eine Angel zum Probieren schnappen. Und wer nichts fängt, geht auch nicht leer aus. 60 Forellen befinden sich im Räucherofen. Die Fleischer Matthias Gent und Christian Merker haben ihre neueste Fischspezialität auf den Grill gepackt. " Heute bieten wir Fischschmorwurst an. Die hat 40 Prozent Fischanteil ", erklärt der 22-jährige Christian Merker. Berufskollege Bernd Spieß ergänzt das Grill-Angebot um Wildschmorwürstchen. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Einnahmen vom Verkauf kommen wiederum dem Verein zugute.

Der Renner des Tages sind aber zweifellos die 60 frisch geräucherten Forellen, die im Ofen von Wolfgang Lutz und Christian Merker eine goldgelbe Farbe erhalten und buchstäblich weggehen wie warme Semmeln.

Auch wer nichts mit dem Angeln am Hut hat, kommt bei dem Familientag nicht zu kurz. So hat die Gemeinde zum Beispiel eine Hüpfburg aufgebaut und die Hundesportfreunde des Polizeisportvereins Wanzleben präsentieren den Gästen eine Agility-Vorstellung.