Wanzleben. Die Stadt Insterburg in Ostpreußen verbindet den Gröninger Klaus Marczinowski und die Schriftstellerin Frieda Jung ( 1865-1929 ). Beide lebten eine Zeit dort, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten. Klaus Marczinowski hat inzwischen ein Buch über die Schriftstellerin geschrieben und beschreibt in seinem Nachwort, dass er durch Zufall auf das Buch " Gestern und Heute " von Frieda Jung stieß und auf der Titelseite die Worte fand : " Meiner lieben Stadt Insterburg in Dankbarkeit gewidmet ".

Die Neugier des heutigen Gröningers war geweckt und es begann ein zwei- bis dreijähriges Forschen, mit dem er Frieda Jung näher kennen lernte. Unter anderem besuchte er die Heimat und fand auch in verschiedenen deutschen Antiquariaten fast alle Gedichtbände, die Frieda Jung im Laufe ihres Lebens veröffentlicht hatte. Diese und auch sein eigenes Buch, das 2008 unter dem Titel " Frieda Jung – Leben und Werk " und mit dem Untertitel " Freud und Leid im Leben einer ostpreußischen Dichterin " erschien, brachte er gestern mit in die Bibliothek nach Wanzleben. Mit einer literarisch-musikalischen Vorlesung eröffnete er hier gemeinsam mit seiner Frau Karin eine Ausstellung, die Frieda Jung in den Mittelpunkt stellte.

Zu hören waren neben Auszügen aus seiner erzählten Biografie über die ostpreußische Schriftstellerin auch einige Gedichte aus deren umfangreichen Schaffen. Die Lesung war eine Wiederholung einer Veranstaltung, die im Dezember des vergangenen Jahres in Insterburg aus Anlass des 80. Todestages von Frieda Jung stattfand und mit der Einblicke in das Leben der Schriftstellerin gestattet wurden. Da viele Gedichte von Frieda Jung auch vertont worden sind, hat Klaus Marczinowski in Zusammenarbeit mit Schülern aus Osterwieck und Absolventen aus Wernigerode auch eine CD zum Gedenken an Frieda Jung aufgenommen. Auszüge daraus bekam das Publikum in Wanzleben ebenso zu Gehör. " Es wäre schlimm gewesen, wenn wir diese Frau vergessen hätten ", sagt Marczinowski heute.

Nach der Veröffentlichung seines Buches über Frieda Jung konnte er weitere Kontakte knüpfen und fand weiteres Material, das er in seiner vierzigseitigen Text- und Bilddokumentation verarbeitet hat. Wer neugierig geworden ist, sollte in die Bibliothek gehen, denn dort wird die Dokumentation derzeit in Form einer Ausstellung präsentiert.