Schmökern kann mindestens genauso spannend sein wie ein Computerspiel. Und das Lesen eines Buches kann sogar auf eine ganz ähnliche Weise funktionieren. Autor Frank Stieper verblüffte damit die Klassen eins bis vier der Wefensleber Grundschule und nahm sie mit auf eine illustre Abenteuerreise.

Wefensleben. Frank Stieper, 48 Jahre alt, Vater von zwei Söhnen und gelernter Buchhändler, sattelte in den 80er Jahren um vom Verkäufer zum Ersteller des geschriebenen Worts. Er verfasste Kinderbücher und vertonte Gedichte. Dann widmete er sich für eine Weile der erklärenden Literatur, schrieb Computerfachbücher, vornehmlich einführende Werke für junge Internet- und PC-Anfänger bzw. Neulinge in der Cyberwelt. Beides, Belletristik und Sachliteratur verknüpft Stieper seit zehn Jahren, hat sich auf interaktive Computerromane spezialisiert. Unter anderem stammt die Abenteuerreihe des "LAN-Clans" aus seiner Feder. Der Clou in diesen Büchern ist: Es gibt Abzweige in der Geschichte, die mit dem Lösen von Rätseln verbunden sind. Nur wer diese löst, knackt am Ende auch den Fall. Vergleichbar ist diese Methode mit den so genannten PC-Adventures.

Für Bibliotheksleiterin Annette Fichtner stand fest: Das könnte den Kindern gefallen. Also lud sie Frank Stieper zu einer Autorenlesung in die Grundschule – und sie sollte Recht behalten. In zwei Durchgängen – 1./2. Klasse sowie 3./4. Klasse – verlebten die Jungen und Mädchen eine kurzweilige und spannende Lesestunde. Stieper achtete darauf, nicht den drögen Schriftsteller zu geben, der seitenweise aus seinem Buch zitiert. Nein, er holte die Kinder mittenrein ins Geschehen, ließ sie phantasieren und knobeln. Kein Wunder also, dass schnell ein reger Austausch zwischen Autor und Kindern stattfand – und die Lehrerinnen sich einmal etwas zurücklehnen konnten.

Freilich gab der in der Lüneburger Heide lebende Geschichtenerfinder, dessen Kinder- und Jugendbücher mehrfach Auszeichnungen erfuhren, nicht alle Geheimnisse preis. Denn schließlich will er die Kinder auch zum Lesen animieren. So begeistert wie die Wefensleber Schüler bei der Sache waren, dürfte ihm das auch gelungen sein.