Kaum hat das neue Jahr begonnen, hat die Gemeinschaft der Harzer Wandernadel bereits neue Wander-Kaiser und -Könige krönen können. Trauriger Weise sind auch die Vandalismus-Schäden unverändert hoch.

Blankenburg l "Es war ein tolles Jahr", zieht Christina Grompe ein positives Fazit über die Saison 2013 der Harzer Wandernadel. Die Leiterin des Projektbüros, das im Sommer von der Oberen Mühle in die Blankenburger Marktstraße umgezogen ist, freut sich über die weiterhin ungebremste Freude des Stempelwanderns. "Es ist ein richtiges Erfolgsprojekt für den gesamten Harz", sagt sie. Im vergangenen Jahr seien wieder rund 10 000 Wanderhefte verkauft worden.

Am Montagmorgen durfte Christina Grompe die inzwischen 2095. Wanderkaiserin "krönen": Bärbel Grolik aus Hasselfelde hat es geschafft, alle 222 ausgewiesenen Stempelstellen im Harz zu erwandern und sie in ihrem Wanderheft zu verewigen. Dafür gab es neben einer Urkunde auch einen Anstecker aus einem echten Harzer Stein. "Die letzten beiden habe ich erst am Sonnabend abgestempelt", erzählt die gebürtige Tannerin, die bereits 2006 mit dem Stempelwandern angefangen hat und sich binnen kurzer Zeit den Titel einer "Wanderkönigin" sichern konnte. "Mit der Wandernadel erreicht man Ecken, in die man sonst nie kommen würde", sagt Bärbel II. Seien es Aussichtspunkte in Ellrich und Walkenried oder der Bauerngraben bei Roßla. Bei so vielen schönen Stellen könne sie aber keinen Lieblingsplatz nennen.

Beeindruckt ist Christina Grompe von der Zahl der Wander-Prinzen und -Prinzessinnen. Seit Einführung des Abzeichens für Kinder vor zwei Jahren wurden bereits 1086 kleine Wanderer mit Urkunden und Anstecker ausgezeichnet. "Das ist das Größte für die Kinder", erlebt Christina Grompe fast täglich die Freude der Mädchen und Jungen, wenn sie ihre Stempelhefte füllen. "Meist ist es das Ferienprogramm bei Oma und Opa", weiß die Bürochefin, die sich freut, dass so viele Kinder ihre Freizeit aktiv gestalten.

Das Wanderfieber rund um die Stempelaktion nimmt derweil schon einmal skurrile Formen an. So gibt es beispielsweise Harzfreunde, die extra ihren Jahresurlaub nehmen, um alle Stempelstellen nur zu Fuß sowie mit Bus und Bahn zu erreichen. "In sechs Wochen ist das zu schaffen. Man muss allerdings sehr strategisch vorgehen", erklärt Christina Grompe. Die Wandernadel-Chefin, die im Büro in der Marktstraße von Sarina Maria Lesinski und Renate Haasper unterstützt wird, hat allerdings auch schon Hunde zu Wanderkaisern gekürt, da die Vierbeiner nachweislich mit ihren Herrchen unterwegs waren. Mit einem Dackel steht sie sogar in regelmäßigem E-Mail-Kontakt. Und über Facebook hat ein Wanderfreund bereits angekündigt, in diesem Jahr den Harz mit seinen Ziegen zu erkunden.

Zwischen 30 und 50 Mails bekommt das Wandernadelbüro täglich von Wanderfreunden aus ganz Deutschland - mit Ideen, Anregungen, aber auch Kritiken.

Besonders ärgerlich sind die nach wie vor hohen Schäden durch Vandalismus. Fast täglich sind die beiden Servicetechniker Rolf Geese und Rolf Meyer mit ihrem Servicemobil unterwegs, um abgetrennte Stempel, Stempelgummis und gestohlene Stempelkissen zu ersetzen. Negativer Höhepunkt war ein vermutlich mit einer Axt zertrümmerter Stempelkasten.

Mehr Infos über die Harzer Wandernadel bietet das Internet unter www.harzer-wandernadel.de. Das Projekt ist auch bei Facebook aktiv. Wertvolle Tipps gibt zudem das aktuelle Buch von Jens Langlott "Auf Stempeltour durch den Harz".