Wernigerode l Den Fahrrad- und Fußgängerweg Stilles Wasser zu beleuchten, hat die Wernigeröder Stadtverwaltung im vergangenen Jahr bereits abgelehnt. Zu teuer und nicht erforderlich, lautete die Begründung von Bauamtsmitarbeiter Uwe Dehn.

Stadtratsmitglied André Weber hat diese Antwort nicht zufriedengestellt. Er setzt sich weiter für die Beleuchtung eines 570 Meter langen Teilstücks des Weges ein, das am Blochplatz beginnt und in der Kirchstraße endet. "Hat die Verwaltung Alternativvorschläge geprüft?", möchte er vom Bauamt in einer Anfrage wissen.

Der CDU-Politiker regt in seinem Brief an, auch Solarleuchten, kombinierte Solarleuchten mit Wasserstoff-Brennzellen und "Smartways" in Betracht zu ziehen. "Bei `Smartways` handelt es sich um Leuchtsteine, die in den Boden eingearbeitet werden", weiß Weber.

Im Rathaus gibt man den alternativen Lichtquellen allerdings keine Chance. "Solarleuchten ziehen alle fünf bis sieben Jahre hohe Instandhaltungskosten durch den notwendigen Austausch von Batterieanlagen nach sich", heißt es in einem Schreiben von Bauamtsleiter Burkhard Rudo, das Volksstimme vorliegt.

Diese Erfahrung hätten die Rathaus-Mitarbeiter in Sil-stedt gesammelt, wo ein Weg mit einer Solaranlage mit fünf Leuchten ausgestattet wurde.Über kombinierte Solarleuchten mit Wasserstoff-Brennstoffzellen heißt es schlicht, sie "wurden in diesem Zusammenhang nicht betrachtet. Hierbei ist der finanzielle und personelle Aufwand deutlich zu hoch."

Und "Smartways" würden ohnehin nur zur Orientierung dienen und nicht als Straßenbeleuchtung funktionieren. "So sind sie auch bei starkem Laubanfall und im Winter bei ungeräumten Verkehrswegen unwirksam."

André Weber findet die Beantwortung seiner Anfrage "ein bisschen enttäuschend",. wie er sagt. "Die Vorschläge wurden relativ pauschal abgelehnt, ohne sie mit genaueren Zahlen zu den Kosten zu untersetzen", sagte er gegenüber Volksstimme. Aufgeben wolle er das Vorhaben noch nicht. "Jetzt müssen wir in den Haushaltsberatungen schauen, inwieweit die Beleuchtung doch noch ermöglicht werden kann", so Weber. Uwe Dehn vom Bauamt hatte im vergangenen Herbst auf die beiden anderen beleuchteten parallelen Radstrecken Am Wiesenhang und in der Friedrichstraße verwiesen, die statt des Stillen Wasser genutzt werden können.

"Auf unserer Prioritätenliste für Kleinanlagen steht der Weg am Stillen Wasser ganz unten", so Dehn. "Parallel zum Stillen Wasser können Radfahrer und Spaziergänger den Wiesenhang oder die Friedrichstraße nutzen. Beide Straßen sind beleuchtet."

Der Fuß- und Radweg Stilles Wasser ist 2012 zwischen Blochplatz und Fußgängerbrücke am Wiesenhang mit Straßenlampen versehen worden. Die Kosten lagen bei 24000Euro.

Die Stadtverwaltung schätzt, dass der Ausbau des letzten Abschnittes mit weiteren 65000 bis 75000Euro zu Buche schlagen würde.

Bilder