Blankenburg l Die Lage im gesperrten Garagenkomplex in der Blankenburger Karl-Zerbst-Straße ist unverändert. Das Areal bleibt nach dem Giftalarm von Mittwoch vergangener Woche weiter abgeriegelt. Die Blankenburger Feuerwehr hat die Warnschilder an den aufgestellten Bauzäunen noch einmal mit dem Hinweis auf eine mögliche gesundheitliche Gefährdung ergänzt. "Wir bitten alle Anwohner, die Absperrungen unbedingt zu beachten", erklärte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU).

Am Morgen hatte es im Rathaus ein Treffen aller beteiligten Behörden und Institutionen gegeben, darunter Vertreter der Stadt- und Kreisverwaltung, der Polizei, der Feuerwehr und der Staatsanwaltschaft Halberstadt. "Es wurde ein Krisenstab gebildet, der 24 Stunden lang erreichbar ist, um jederzeit sofort reagieren zu können", erklärte Noll. Bis zum späten Nachmittag lagen aber keine neuen Erkenntnisse zur Ursache des Giftalarms in dem Garagenkomplex vor.

Nachdem die Experten vom Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalt in Heyrothsberge nicht herausfinden konnten, welcher Stoff den beißenden Geruch in der Garagenanlage verursacht, war bereits am Sonnabend die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten worden. Wie Noll gestern Abend mitteilte, wird der sogenannte ABC-Spähtrupp heute früh im bayrischen Sonthofen aufbrechen und im Laufe des Nachmittags in Blankenburg eintreffen. Die von den Soldaten zu entnehmenden Proben werden aber aller Voraussicht nach im Wehrwissenschaftlichen Instituts für Schutztechnologien (WIS) in Munster untersucht. Diese Einrichtung verfügt "über modernste Technik für den schnellen Nachweis, Identifizierung und Analyse von chemischen und biologischen Kampfstoffen in Boden, Wasser, Luft", heißt es auf der Internetpräsenz des WIS.

Aufschluss über die in einer der Garagen austretenden Substanz könnte auch die Obduktion des dort am vergangenen Mittwoch verstorbenen Blankenburgers geben. Allerdings zögern sich auch diese Untersuchungen hinaus. Laut Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck müsse erst sichergestellt sein, dass die Rechtsmediziner den Leichnam gefahrlos untersuchen können. Das sei bis gestern aber nicht der Fall gewesen.

Über die aktuelle Lage informiert auch die Freiwillige Feuerwehr Blankenburg über ihre Internetseite www.feuerwehrblankenburg.de.