Das Projekt Schierke-Arena

Vereisungsanlage im Stadionboden (Fläche 26 mal 56 Meter), zwei Funktionsgebäude für Technik, Unterhaltung und Betrieb

Überdachung (überdeckte Fläche 2300 Quadratmeter).

Derzeit werden die Kosten auf 6,4 Millionen Euro veranschlagt. Nicht enthalten sind die Kosten für Erschließung (110.000 Euro), eine Brücke über die Bode (400.000 Euro), und Ausstattung der Arena (160.000 Euro). Das Land hat eine Förderung von rund 4,2 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Laut Wirtschaftsgutachten belastet die Schierke-Arena das Stadtsäckel mit rund 270.000 Euro pro Jahr.

Wernigerode l Der Stadtrat hat grünes Licht für die Schierke-Arena gegeben. Mit 21 zu 16 Stimmen votierten Wernigerodes Stadtpolitiker am Dienstagabend für das 6,4-Millionen-Euro-Projekt. Zwei Stadtratsmitglieder enthielten sich. Der Änderungsantrag von Thomas Schatz (Linke), André Weber (CDU) und Frank Diesener (Haus & Grund) für eine abgespeckte Variante der Arena ohne Dach fiel durch. 23 Ratsmitglieder waren dagegen, 15 dafür, bei einer Enthaltung.

Seit Wochen war in Fachausschüssen und Fraktionssitzungen über das Für und Wider der Arena mit der geschwungenen Dachkonstruktion für das Brockendorf debattiert worden. Bis zuletzt war nicht abzusehen, wie die Entscheidung der Stadträte ausfällt. Der Finanzausschuss hatte den Bau des Stadions mehrheitlich empfohlen. Im Bauausschuss am Montag wurde das Projekt mit vier zu vier Stimmen abgelehnt.

In der Ratssitzung meldeten sich fraktionsübergreifend Befürworter und Skeptiker zu Wort. "Das ist eine einmalige Chance", warb Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). Man wolle Vertrauen in den Standort aufbauen. "Das Defizit lässt sich sehr gut schultern, die Region gewinnt", so Sylke Mattersberger (parteilos).

Für ein Nein aufgrund der hohen Kosten plädierten unter anderem Thomas Schatz (Linke) und Sabine Wetzel (Grüne). "Nach und nach kommen Zahlen auf den Tisch, nach denen wir seit Jahren fragen. Das gefällt mir nicht", so Sabine Wetzel. Beide betonten, sie seien nicht gegen die Entwicklung Schierkes.

Mit dem Beschluss sind die Weichen für den Bau der Arena gestellt. Das Stadion ist neben der touristischen Erschließung des Winterberg-Gebiets ein zentraler Baustein der Schierker Ortsentwicklung. Durch die überdachte Kunsteisfläche wird Eislaufen im Winter witterungsunabhängig möglich. Im Sommer sind Konzerte sowie Sport- und andere Veranstaltungen geplant. Betrieb und Management sollen laut Stadtratsbeschluss in professionelle Hände gegeben werden, der Betriebskostenzuschuss wird auf 200.000 Euro pro Jahr gedeckelt. Die Planung soll in diesem Jahr stehen. Bis Februar 2015 sollen die Bauleistungen ausgeschrieben und vergeben sein. Der Baubeginn ist im ersten Quartal 2015 geplant.

Bilder