Auf der Baustelle für das neue Parkhaus in Schierke haben zwei Kräne tonnenschwere Brückenteile auf Pfeiler gehievt. Die Brücke soll Fußgänger später über die Bode ins Dorf führen. Der Rohbau für das Parkhaus "Am Winterbergtor" ist indes bereits fertig.

Schierke/Wernigerode l Langsam hebt sich das Bauteil. 30 Meter lang ist der Stahlkoloss. Wie schwerelos schwebt er durch die Luft. Beinahe. Zwei Kräne hieven das 32 Tonnen schwere Brückenelement in die Höhe. Stück für Stück nähert es sich dem provisorischen Tragegerüst. Dort wird das Bauteil ausgerichtet. Millimeter für Millimeter - bis es schließlich auf die eigentlichen Brückenpfeiler aufgesetzt wird.

Für fast 13 Millionen Euro entsteht derzeit am Ortsrand von Schierke das Parkhaus "Am Winterbergtor" mit sieben Decks und 715 Stellplätzen. Eine Brücke soll Touristen später von der Plaza (öffentlicher Platz) des Gebäudes über die Bode und in den Ort führen. So sieht es das Entwicklungskonzept für den Wernigeröder Ortsteil vor. Neben dem Ausbau der Sandbrinkstraße zur Ortsumgehung und dem geplanten Eisstadion ist das Parkhaus samt Fußgängerbrücke Voraussetzung für die touristische Wiederbelebung Schierkes.

Die vier großen Bauteile für die Fußgängerbrücke sind in dieser Woche aus Espenhain (bei Leipzig) geliefert worden. Nicht ohne Schwierigkeiten - wie die Harzer Volksstimme berichtete. So saßen am Dienstagmorgen zwei Schwerlasttransporter stundenlang an der B 6-Abfahrt Wernigerode Nord-West fest, bevor die Kolonne mit Polizeieskorte gegen Mittag letztlich ihren Weg durch die Stadt nach Schierke fortsetzen konnte.

Inzwischen sitzen alle Stahlblech-Blöcke auf den Brückenpfeilern. "Als nächstes werden sie miteinander verschweißt", informiert Bauüberwacher Steffen Hartmann. Später werden ein Korrosionsschutz auf die Verbindungsnähte aufgetragen und ein Geländer installiert.

Auch am Parkhaus selbst hat sich seit dem Baustart im Oktober 2013 viel getan. "Der Rohbau ist vollendet", sagt Frank Beimel vom städtischen Hochbauamt. Derzeit werden die unteren Decks gepflastert. Die Netzfassade für die oberen Etagen ist ebenfalls fertig. "Sie muss nun noch gespannt und rückverankert werden." Die beiden unteren Etagen werden mit Holzlamellen verkleidet. Die Einfahrt erhält aus Brandschutzgründen eine Lochblechfassade.

In den nächsten Wochen werde die Elektroanlage mit der kompletten Beleuchtung und der Haustechnik installiert, so Frank Beimel. Die Versorgungsleitungen für das Parkhaus verlaufen durch die Fußgängerbrücke. Im Stahlkörper sind dafür Aussparungen vorgesehen. Darüber hinaus müssen unter anderem die Türen und die Schrankenanlage eingebaut und die Toiletten ausgebaut werden. Im November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und das Parkhaus eingeweiht werden. Laut Beimel liegen die Bauarbeiten im Plan. Dank des milden Winters habe man bis auf eine zweiwöchige Pause durcharbeiten können.

Schon in der kommenden Woche wird auf der Baustelle übrigens Richtfest gefeiert. Dazu werden am Mittwoch, 2. Juli, um 11 Uhr Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) und Finanzstaatssekretär Jörg Felgner (SPD) erwartet.

 

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