Schierke l Für 12,8 Millionen Euro wird am Ortsrand von Schierke ein Parkhaus gebaut. Gut ein halbes Jahr nach der Grundsteinlegung wurde am Mittwoch Richtfest gefeiert. Der zwölf Meter hohe Neubau mit mehr als 700 Stellflächen und integrierter Fußgängerbrücke ist Teil des städtebaulichen und touristischen Entwicklungskonzepts für den Wernigeröder Ortsteil. Das Land fördert den Bau mit zehn Millionen Euro.

"Ein Parkhaus, das ist eigentlich keine Sensation", scherzte Wirtschaftsminister Hartmut Möllring zu Beginn seiner Rede. Wenn man allerdings bedenkt, dass hier in Schierke pro Höhenmeter eine Million Euro verbaut wird, sei das doch besonders. "So etwas gibt es sonst nur bei Luxusyachten", so der CDU-Politiker.

Natürlich sei das Parkhaus nicht nur für die Schierker da, sondern vor allem für die Besucher. "Der Harz ist mit 40Prozent der Übernachtungen eine der wichtigsten Tourismusdestinationen des Landes", so Möllring. Viele Gäste würden von weither kommen. "Und es sollen noch mehr werden." Voraussetzung dafür seien mehr Übernachtungsmöglichkeiten und ausreichend Stellflächen für die Autos. "Die wenigsten konnten sich vorstellen, was hier passieren soll", sagte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). "Dazu braucht es Visionen und mutige Planungen." Unmengen an Beton, 400 Stahlträger und 1600 Quadratmeter Edelstahlfassade seien seit dem Baustart im Oktober 2013 verbaut worden.

Der Stadtchef dankte allen bisher am Bau Beteiligten, "die hier unglaublich fleißig und in sagenhafter Harmonie arbeiten". Noch im November soll das Parkhaus eröffnet werden. Zur Freude der Wintersportler befinde sich der Loipeneinsteig direkt hinter dem Neubau. "Man kann also vom Auto gleich in die Loipe einsteigen."

Die Schierker Ortsentwicklung sei ein Projekt mit Hand und Fuß", lobte Finanzstaatssekretär Jörg Felgner (SPD). "Und wir werden es gemeinsam zum Erfolg führen." Zur Zeit käme man um Vergleiche mit der Fußballweltmeisterschaft nicht herum, so der Staatssekretär. "Würde Jogi Löw vorschlagen, wir steigen nach dem Viertelfinale aus, würde jeder sagen: wie blöd. Auch wir wollen ins Finale - mit Schierke. Wir wollen gewinnen." Deshalb stehe die Ortsentwicklung des Brockendorfs im Fokus der Landesregierung und des Finanzministeriums. "Und das wird in den nächsten Jahren auch so bleiben."

Hintergrund: Vor zwei Jahren stimmte der Wernigeröder Stadtrat dem Grundsatzbeschluss für die Ortsentwicklung Schierkes zu. Die Verschönerung der Ortsmitte steht im Mittelpunkt des Konzepts. Die innere Brockenstraße soll zur Flaniermeile umgewandelt werden. Weiter soll der Winterberg zum ganzjährigen Erlebnisgebiet ausgebaut werden. Neben einer multifunktionalen Eisarena ist eine Seilbahn mit Ausstieg am Wurmberg geplant. Ziel ist es, die Übernachtungszahlen von derzeit 250 000 pro Jahr zu verdoppeln. Infrastrukturelle Voraussetzungen sind neue Straßen, Brücken und ausreichend Pkw-Stellflächen. 36 Millionen Euro will die Stadt dafür investieren. Das Land fördert die Projekte mit bis zu 80 Prozent. Seit 2012 wurden drei Brücken eingeweiht. Die Ortsumgehung Sandbrinkstraße soll noch diesen Sommer freigegeben werden.

Für Furore sorgte zuletzt die geplante Schierke-Arena. Wochenlang hatten die Stadtpolitiker über das Für und Wider der Arena mit der geschwungenen Dachkonstruktion debattiert. Vor allem die hohen Betriebskosten wurden kritisiert. Am 20. Mai gab der Stadtrat grünes Licht für das 6,3 Millionen-Euro-Projekt. Baubeginn ist im Frühjahr 2015.

   

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