Die 16 weißrussischen Kinder, die auf Einladung des Vereins "Blankenburg hilft Tschernobyl" einen vierwöchigen Erholungsurlaub im Harz verbracht haben, sind wieder daheim bei ihren Familien. Zum Abschluss ihrer Ferien hatten sie alle Gasteltern und Sponsoren zu einer Abschiedsfeier eingeladen.

Von Egmont Uhlmann

Blankenburg l Mit einer bewegenden Feier im Georgenhof haben sich die 16 weißrussischen Kinder mit ihren drei Betreuern aus dem Harz verabschiedet. Auf Initiative des Vereins "Blankenburg hilft Tschernobyl" verlebten sie hier vier erholsame und abwechslungsreiche Ferienwochen. Im Blankenburger Georgenhof sagten sie den Gasteltern, Helfern und Sponsoren "Dankeschön" und präsentierten ein kleines kulturellesProgramm. So sagte eines der Mädchen ein Gedicht auf Deutsch auf. Eine Betreuerin überraschte alle Anwesenden mit einer Ballade von Friedrich Schiller.

Bereits am Tag nach der Feier ging es im Reisebus der Harzer Verkehrsbetriebe wieder nach Hause. Die Brüder Steven und Norman Bläß sowie Kai Blume hatten sich als Busfahrer extra unbezahlten Urlaub genommen, um die Gäste zurückzubringen. 20 Stunden brauchten sie dafür, einschließlich fünf Stunden Aufenthalt an der Grenze von Polen nach Weißrussland. "Wie immer eine recht nervenaufreibende Angelegenheit", berichtet René Foltis vom Vereinsvorstand, der die Gruppe gemeinsam mit der Gastmutter Dorothea Graul aus Derenburg begleitete.

Die Eltern und Geschwister schlossen die heimkehrenden Mädchen und Jungen dann wieder glücklich in ihre Arme. Die Kinder hatten natürlich jede Menge zu berichten. So unter anderem von den Badeausflügen und der Übernachtung im Benneckensteiner Schullandheim als absolutem Höhepunkt der Ferien.

In diesem Jahr hatten Reporter des ZDF die Aktion des Vereins "Blankenburg hilft Tschernobyl" begleitet und berichteten inzwischen gleich dreimal über die Erholungsferien und den Hilfsverein. Seither hätten sogar Unterstützer aus ganz Deutschland Hilfe angeboten, berichtete der Vereinsvorstand stolz und dankbar.

Auf der Rückfahrt aus dem Gebiet um Struga und Reschitza waren auch zwei private Ferienkinder mit dabei, die bereits einmal im Harz waren und deren Familien enge Verbindungen nach Benneckenstein und Derenburg geknüpft haben. Diese Tour dauerte gerade einmal 18 Stunden. Auch deshalb, weil die beiden Grenzkontrollen zusammen kaum mehr als eine Stunde beanspruchten.

Im nächsten Jahr soll es auf jeden Fall weitergehen. Und das dank der vielen Sponsoren, vor allem der regionalen Unternehmen. Der Verein dankte allen Spendern für diese großartige Unterstützung, darunter den Harzer Verkehrsbetrieben und der Blankenburger Dienstleistungs- und Reinigungsgesellschaft, die an jedem Wochentag kostenloses Mittagessen ausgab sowie dem Georgenhof, der seine Räume für alle gemeinsamen Veranstaltungen unentgeltlich bereitstellte.

Ein herzliches Dankeschön ging auch an Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU), der während des diesjährigen Kinderaufenthalts in den Tschernobyl-Hilfsverein eingetreten ist.