Märchenwald und harte Rockklänge, familiärer Umgang und jede Menge Spaß - das ist "Rocken am Brocken". Auch dieses Jahr sind Gäste und Musiker vom Festival in Elend bei Sorge begeistert.

Elend l "Dankeschön, ihr seid ein tolles Publikum, danke dass ihr gekommen seid." Ruben Block, Sänger und Gitarrist der Band "Triggerfinger" verabschiedet sich von den Fans vor der Bühne. Soeben ist das Konzert der Belgier zu Ende gegangen und auch der letzte Festivaltag des diesjährigen "Rocken am Brocken" neigt sich dem Ende entgegen. Dann beschließt Mutter Natur, das Festival auf eigene Art zu beenden. Kurz vor Mitternacht öffnen sich die Schleusen im Himmel und ein Regen ergießt sich über dem Gelände, dass man Angst haben muss, Noah könnte demnächst mit seiner Arche vorbeikommen und Reisewillige an Bord bitten. Dabei hatte am Donnerstag alles so trocken angefangen.

Bei strahlendem Sonnenschein enterten die etwa 4500 Besucher den Zeltplatz am Ortsrand von Elend. Die hochsommerlichen Temperaturen sorgten immer wieder dafür, dass ein großer Teil der Besucher nach Abkühlung suchte. Am Wochenende machte das Gerücht auf dem Campingplatz die Runde, das Freibad habe ob der vielen Besucher geschlossen werden müssen. "Das war nicht der Fall", sagt Lars Meißner vom Förderverein des Waldbades und freut sich über den großen Zuspruch, den das Bad von den Gästen erhält. "Die Besucher sagen schon immer, \'Das Rocken am Brocken wäre ohne das Freibad nicht das Gleiche`, und die Anlage ist so groß, dass die Badenden sich nicht zu dicht auf die Pelle rücken." Dass das Bad zum dreitägigen Musikmarathon dazu gehört, zeige auch die Tatsache, dass viele Besucher zum Duschen dorthin gehen.

Komisch mögen das einige finden, andere sehen in diesen kleinen Besonderheiten den Reiz, der das Ferstival ausmacht. "Wir kommen seit mittlerweile sechs Jahren hierher. Bei diesem Festival ist eine ganz besondere Stimmung, die ich nicht beschreiben kann, man fühlt sie einfach." Julius aus Berlin ist mit sieben Freunden nach Elend gefahren. Das "Rocken am Brocken" ist bei den jungen Männern fester Bestandteil der Jahresplanung. Die Eintrittskarten kaufen sie immer kurz vor Weihnachten, berichtet der 24-Jährige. Und wo kann man schon mit Stroh spielen, als Erwachsener nach Herzenslust in eine Hüpfburg springen, zum "Kinderschminken" gehen und dazu noch drei Tage lang Livemusik genießen? So etwas gibt es nur beim "Rocken am Brocken".

"Die Leute sind wirklich entspannt hier", berichtet ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Er sei jedes Jahr dabei und habe noch keine negativen Erfahrungen mit den Besuchern gemacht, sagt er. Es scheint, als würde das Areal, das vor allem in den Abendstunden wie ein Dorf im Märchenwald anmutet, auf die Gäste eine ausgleichende Wirkung haben. Die Besucher begegnen einander familiär und freundlich.

Und auch das sonst nicht immer konfliktfreie Verhältnis von Sicherheitsdienst und Besuchern ist beim Festival in "Elend bei Sorge" anders. Als "Triggerfinger" auf der Bühne stehen, feuern die Sicherheitsleute das müde gewordene Publikum an, weiter zu machen und auch am letzten Abend Volldampf zu geben. Bis zu dem Zeitpunkt, als Mutter Natur befindet, es sei genug für dieses Jahr.

Einige Hartgesottene bleiben trotzdem auf dem Festgelände und feiern vollkommen durchnässt zur Musik von "Frittenbude". Andere machen aus der Not eine Tugend und prüfen spärlich bekleidet die Tiefe der entstehenden Pfützen. Nur so aus Spaß, denn das "Rocken am Brocken" ist nur einmal im Jahr und solche Dinge funktionieren nur hier. In der märchenhaften Idylle unterhalb des sagenumwobenen Gipfels.

   

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