Schierke l Wenn alles nach Plan läuft, dann geht die Geschichte des ehemaligen Hotels "Harzland" in Schierke bald ihrem Ende entgegen. "Wir hoffen, dass wir im Oktober mit dem Abriss beginnen können", sagt Thomas Rader. Zusammen mit seiner Frau sowie dem Ehepaar Rau aus Meddewadde bei Hamburg will der Hannoveraner auf dem rund 5300 Quadratmeter großen Gelände an der Alten Dorfstraße den Ferienpark "Harzresidenz" errichten. Die Voraussetzungen dafür sind nun geschaffen. In seiner jüngsten Sitzung hat der Wernigeröder Stadtrat einstimmig grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. Zuvor hatten Bauausschuss und Schierker Ortschaftsrat zugestimmt.

Größtes Problem war Löschwasserzisterne


Einwände oder Anregungen von Bürgern hatte es vorab nicht gegeben, so Ellen Großmann vom Bauamt bei der Sitzung des Ortschaftsrates im Schierker Rathaus.

Das größte Problem sei die Löschwasserfrage gewesen, sagt Architektin Veronika Roth. Sie betreut im Auftrag der Investoren das Bauprojekt. Im Brandfall liefert ein nahe gelegener Hydrant genügend Wasser, wie der Wasser- und Abwasserverband Ilse-Holtemme festgestellt habe. Deshalb müssen die Investoren nun, anders als ursprünglich geplant, doch keine Löschwasserzisterne auf dem eigenen Grundstück bauen. Langfristig will die Stadtverwaltung, die verpflichtet ist, Löschwasser bereitzustellen, in Schierke eine eigene, zentrale Zisterne errichten lassen.

Derweil sichten die Investoren die Angebote der Abrissunternehmen. Er wolle so schnell wie möglich den Auftrag erteilen, sagt Thomas Rader. "Jetzt kommt es auf die Witterungsverhältnisse an." Er hofft auf einen milden Winter, damit noch in diesem Jahr die Bodenplatten gegossen werden können. "Unser Wunsch ist es, im Lauf des nächsten Sommers mit der Vermietung zu beginnen", so Rader. Die sechs Ferienhäuser auf dem oberen Teil des Grundstücks sollen aus massivem Holz bestehen - "nicht aus Rundbohlen, die sind ja nicht erlaubt", sagt Rader. Die Gebäude bieten auf rund 120 Quadratmetern Platz für eine oder mehrere Familien sowie Gruppen. Diese können drei Schlafzimmer, zwei Bäder sowie Sauna und Terrasse nutzen.

Geplant sind auch Fahrradschuppen, denn die Investoren rechnen mit Gästen, die mit dem Drahtesel unterwegs sind. "Es trainieren hier zahlreiche Radfahrer und Mountainbiker", so der Hannoveraner. Welche Farbe die Häuser haben werden, weiß er noch nicht. "Auf jeden Fall soll es natürlich sein."

Entlang der Alten Dorfstraße sollen in einem zweiten Bauabschnitt weitere Häuser entstehen, die Gaststätten, Geschäfte und Ferienwohnungen beherbergen. Wann diese Pläne verwirklicht werden, steht noch nicht fest. "Wir wollen sehen, wie sich der Ort entwickelt", sagt Rader. Dass der Ferienpark ein "Anziehungspunkt" für weitere Investoren werden könnte, hofft Ortschaftsratsmitglied Roland Jung (Bund Schierker Bürger).

Dass sich im Ort einiges tut, hat Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU) beobachtet. "Die Nachfrage ist riesengroß, vor allem nach Grundstücken für Einfamilienhäuser", sagt sie. Sie freut dabei, dass der Brockenort Einwohner hinzugewinnt, die nicht nur in den die Ferien, sondern auf Dauer dort wohnen werden. "Viele junge Leute, die weggezogen sind, kehren wieder zurück", sagt Christiane Hopstock.

Baugrundstücke seien inzwischen Mangelware, ebenso Wohnungen. Es stünden einige ehemalige Wohnungen der Nationalen Volksarmee (NVA) zur Verfügung, doch ansonsten sei der Markt wie leer gefegt. "Wir müssen darüber nachdenken, wo noch bebaubare Flächen zur Verfügung gestellt werden können", so die Ortschefin.