Der Stadtrat bietet Zuschussgelder und sucht dafür Vereine, die nach dem gelungenen Vorbild von Elend und Rübeland weitere Freibäder betreiben. 28 500 Euro sollen so gespart werden. In Elbingerode ist die Übernahme in Sicht, in Trautenstein wollen die Bürger darüber beraten, in Hasselfelde ist man zurückhaltend.

Königshütte l Mit zwei Beschlüssen hat der Stadtrat die zweite Welle des Rückzugs der Kommune aus der Bewirtschaftung der Freibäder in der Stadt Oberharz eingeleitet.

Nach der Betriebsübernahme der Bäder in Elend und Rübeland dieses Jahr beschlossen die Ratsmitglieder nun die Übertragung des Badebetriebs im Naturbad Elbingerode an die Interessengemeinschaft der Badefreunde unter dem Dach des Sport- und Turnverein TuS. 3500 Euro Zuschuss soll der Förderverein erhalten. Ebenso viele Euro will die Stadt zugleich 2015 dank dieser Übergabe einsparen.

Auch das Naturbad Trautenstein wurde per Beschluss an einen Förderverein gegeben. Der allerdings steht noch nicht so recht fest, wenngleich eine Betriebsübernahme der idyllisch gelegenen Badestelle bei Trautenstein angestrebt wird. Das machte Ortsbürgermeister Ralph Pavlitschek (parteilos) gegenüber Volksstimme klar. Offen sei noch der genaue Weg dahin. Eine Bürgerversammlung soll die Möglichkeiten ausloten. Das Treffen ist für den 22. Oktober um 19 Uhr im Trautensteiner Dorfgemeinschaftshaus geplant. Für den Badebetrieb in Trautenstein will die Stadt 2000 Euro an den Badverein zuschießen. 5000 Euro sollen zur Haushaltskonsolidierung gespart werden.

Beim dritten und letzten in diesem Jahr noch von der Stadt betriebenen Freibad, dem Waldseebad in Hasselfelde, sind indes noch einige Fragen offen.

So kritisierte Stadtratsmitglied Thomas Pöttmesser (Bürgerfraktion) die aus seiner Sicht astronomisch hohen Personalkosten von 19 000 Euro, die in den Unterlagen der Stadt für Hasselfeldes Freibad vermerkt seien. "Das akzeptiere ich so nicht", sagte Pöttmesser. Tourismusbetriebschefin Cathleen Hensel, die für alle Oberharzer Bäder zuständig ist, verwies darauf, dass diese Verteilung der Kosten nach einem Schlüssel kaufmännisch korrekt sei.

Hasselfeldes schon 1926 eröffnetes Freibad soll nun in der nächsten Stadtratssitzung wieder Thema werden, wurde nach den Kritik aus der Bürgerfraktion beschlossen. Auch, weil das über 100 Jahre alte Bad als Perle für Hasselfelde gilt, wie Ortsbürgermeister Heiko Kaschel (parteilos) betonte.

Nicht Gegenstand der weiteren Debatte sind laut Bürgermeister Frank Damsch (SPD) und Ratschef Rudolf Beutner (CDU) jedoch die bereits im Beschluss verankerten 20 000 Euro Einsparung, die im Waldseebad Hasselfelde für nächstes Jahr geplant sind.

Im Gegenzug sollen 10 000 Euro Zuschuss von der Stadt Oberharz für den Betrieb des Waldseebades durch eine Interessengemeinschaft bereitgestellt werden. Kaschel bekräftigte mit Berufung auf den Ortschaftsrat das Nein zu einer Übernahme des Bades. Ob damit auch die Ablehnung einer Übernahme des Badebetriebes gemeint war, blieb in der Tagung offen.

 

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