30 Hunde vom Labradoodl über Rottweiler bis zum Windhund haben mit ihren Haltern einen Stresstest absolviert. Sie fuhren alle auf einem Floß. Das gelang ohne Beißerei und machte allen Spaß. Ein Labrador ging übermütig baden.

Wendefurth l So viele Gäste der jährlichen Ausflugsrunde der Hundeschule Oberharz hat Karl-Heinz Meier auch noch nicht so oft begrüßt. 35 Hundefreunde und 30 Vierbeiner sind zum Stausee in Wendefurth gekommen. Die meisten aus dem Harz, aber auch aus Halle und anderen Orten.

Sinn dieses Treffens ist laut Hundetrainer Meier vor allem der Kontakt und Erfahrungsaustausch unter den Hundehaltern, verbunden mit einem gemütlichen Zusammensein. Zugleich aber ist der Ausflug eine Art Stresstest für das sozialverträgliche Verhalten des Hundes gegenüber anderen Menschen und Hunden.

So bellten denn besonders die großen Hunde beim ersten Sehen ihrer Artgenossen schon mal laut los, zerrten auch die Kleinen an den Leinen. Mancher Halter hatte Mühe, seinen Liebling zu halten. Ein Vierbeiner wollte einfach nicht über das durchsichtige Gitter zum Bootssteg laufen. Es gelang dann mit professioneller Hilfe, so dass sich schließlich alle 30 Hunde auf dem Deck des Floßes an der Bootsanlegestelle Wendefurth niederließen.

Vertreten war eine bunte Mischung verschiedener Rassen. Rottweiler waren ebenso dabei wie die Rassen Golden Retriever, Jack Russel, Tibet-Terrier oder ein seltener Windhund der Rasse Barsoi. Auch ein Exemplar der sogenannten Allergiehunde, so Karl-Heinz Meier, ein Labradoodl, fuhr mit auf dem Floß. Hinter diesem seltsamen Namen verbirgt sich eine Kreuzung der Rassen Labrador Retriever und Großpudel. Menschen, die sonst eine Allergie hätten, so Meier, könnten trotzdem diesen Hund halten.

Von einem Bellen hier und einem forschen Schwanzwedeln dort abgesehen, verhielten sich alle Hunde bei der anderthalbstündigen Floßfahrt ruhig, legten sich gar zeitweise relaxt auf den Boden.

Frauchen und Herrchen aßen derweil Mittag, plauderten und genossen die vom Kapitän erläuterte schöne Uferlandschaft. Urplötzlich sprang Labrador "Miles" in einem unbeobachteten Moment in den Stausee und verursachte den Ruf "Hund über Bord!" Gewandt schwamm der Hund ein Stück neben dem Floß her, bis Holger Scharun aus Trautenstein das nach Jazzlegende Miles Davis benannte Tier schnell wieder wohlbehalten an Bord holte.

Insgesamt, so Meier am Anlegepunkt, hätten alle Zwei- und Vierbeiner eine gute Schule bewiesen. Wie alles Gelernte, so sollte auch das Hundeverhalten immer mal wieder geübt und aufgefrischt werden.

 

Bilder