Ein wahrgewordener Kindertraum ist die Krippe im Wernigeröder Harzblick. Die Einrichtung ist in den zurückliegenden Monaten für eine knappe Million Euro saniert worden.

Wernigerode l "Alle Besucher, die jetzt zu uns in die Krippe kommen, erkennen sie gar nicht wieder - so schön ist sie geworden." Leiterin Birgit Wiegel ist sichtlich stolz auf den neugestalteten Teil der Kindertagesstätte "Harzblick". Der Krippenbereich ist für rund 950000 Euro umgestaltet worden. Zehn zusätzliche Plätze für unter Dreijährige wurden durch den Umbau geschaffen. Das Projekt wurde mit 654000Euro Fördergeld aus einem Bundesprogramm unterstützt. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen worden.

Bei einem Rundgang mit der verantwortlichen Architektin Veronika Roth sowie Petra Fietz und Annette Klaue vom Jugend- und Sozialamt der Stadtverwaltung zeigt Birgit Wiegel, wie sich das Haus innerhalb des vergangenen Jahres verändert hat. Besonderes Schmuckstück ist das lichtdurchflutete Foyer, sagt die Chefin. Der Glasanbau bietet viel Platz für Eltern und Großeltern zum Warten, eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Durch das Foyer gelangen Erzieherinnen und Kinder auch unkompliziert nach draußen auf den Innenhof, den seit einer Woche ein Wasserspielgerät ziert.

"Die neue Farbgestaltung in der Krippe wirkt frisch und dennoch beruhigend. Die Farben kommen bei Erziehern, Eltern und Kindern sehr gut an", sagt Birgit Wiegel und deutet auf die apfelgrünen Wände und die ebenso leuchtend grüne Decke. Der integrierte Schallschutz sorge für eine angenehm ruhige Atmosphäre.

Enge Flure, dunkle Räume, triste Treppen - so habe es in der Krippe noch bis vor einem Jahr ausgesehen, erinnert Architektin Veronika Roth. Besucher, die den modernen Anbau nun betreten, mögen kaum glauben, dass die Kindertagesstätte "Harzblick" als einer der letzten DDR-Typenbauten 1989 in Wernigerode errichtet wurde. "Der Wohlfühlfaktor war nicht gerade hoch, als wir mit den Arbeiten begonnen haben. Wir haben mit der Umgestaltung eine echte Identität für die Einrichtung, für den Stadtteil Harzblick und für Wernigerode geschaffen", sagt Veronika Roth. Der Architektin und ihrem Team war wichtig: "Das Kind soll hier im Mittelpunkt stehen."

Das Konzept mit niedrigen Fenstern, durch die selbst die Kleinsten schauen können, kräftigen Farben und offenen Räumen ist konsequent im gesamten Krippenbereich umgesetzt worden und zielt speziell auf die Bedürfnisse der Kleinsten ab, erläutert sie.

"Das Erdgeschoss wurde barrierefrei gestaltet, die Räume umstrukturiert." Gleich neben dem Eingang befindet sich das gläserne Büro von Birgit Wiegel, die von dort aus stets den Eingang im Blick hat und als Ansprechpartnerin für Eltern schnell zu finden ist.

In der ersten Etage setzt sich das moderne Konzept fort. Dort haben nun auch die Erzieherinnen Personalräume, in denen sie sich umziehen können, so Roth. "Die Frauen hatten in der Vergangenheit ihre eigenen Räume aufgegeben, um mehr Platz für die Kinder zu schaffen." Nun verfügen sie über PC-Arbeitsplätze, können in ruhiger Umgebung kreativ arbeiten. Die Gruppenräume der Kinder sind mit ausgefallenen Einbaumöbeln ausgestattet worden - so eine Bank am Fenster, deren Sitzfläche wellenförmig zugeschnitten ist. Durch ein "Bullauge" in der Wand können die Kinder von einem in den anderen Raum krabbeln. Eine einfache Idee, die für großen Spaß im Gruppenalltag sorgt, wie eine Erzieherin bestätigt.

Auch energetisch ist die Krippe auf den neuesten Stand gebracht worden, sagt Veronika Roth. Das Dach wurde gedämmt, Fußbodenheizung unter hochwertigem Kautschukbelag sowie Fallschutzplatten installiert.

Dass die Arbeiten in der Kindertagesstätte bald fortgesetzt werden, wünscht sich derweil Petra Fietz. Denn während die Krippe nun hochmodern sei, sehe es im Kindergarten grau und trist aus. "Wir hoffen darauf, von einem Förderprogramm zu profitieren, um den Kindergarten ebenfalls zu sanieren", sagt die Sozialamtsleiterin.

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