Für Blankenburgs Stadtbibliothek wird ein neues Betreibermodell gesucht. Eine generelle Schließung, wie von einigen Stadträten befürchtet, soll es aber nicht geben.

Blankenburg l Der im jüngst beschlossenen Haushaltskonsolidierungskonzept der Stadtverwaltung verankerte Punkt "Stadtbibliothek" hat in der Ratssitzung für Unmut, aber auch für klärende Worte gesorgt. Heinz Grimme (SPD) und Annekatrin Wagner (Pro Blankenburg/Grüne) hatten sich besorgt darüber geäußert, dass die Bücherei auf der Streichliste der Verwaltung auftauche. Sie sprachen sich dafür aus, das Gespräch mit dem Bibliotheks-Förderverein sowie anderen freien Trägern und Stiftungen zu suchen, um ein solches kulturelles Angebot weiter in der Innenstadt vorhalten zu können.

Im Vorfeld der Ratssitzung hatte es Gerüchte gegeben, wonach die Bibliothek in das Große Schloss ausgelagert werden soll. Diese Befürchtung räumte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) aus: "Wir machen die Bibliothek nicht zu", sagte er. Es habe zwar ein Gespräch mit dem Chef der Schloss GmbH, André Gast, gegeben. Allerdings sei diese Überlegung sofort wieder verworfen worden.

"Es ist eine gute Idee, darüber nachzudenken, die Bibliothek in der Innenstadt zu lassen", pflichtete Noll den Kritikern bei. Deshalb suche die Verwaltung bereits nach Perspektiven, um "mehr daraus zu machen", wie er erklärte. So könnte beispielsweise am Markt ein Lesecafé entstehen, betreut durch Mitarbeiter der Arbeitsfördergesellschaft (AfG) Harz. "Wir können dies aber nicht über Nacht aus dem Boden stampfen", so Noll. Fakt sei, dass eine Mitarbeiterin der Bibliothek zum Jahresende altersbedingt ausscheide. Und die zweite Mitarbeiterin dringend im Städtischen Kurbetrieb benötigt werde.

Wer die Bibliothek unterstützen möchte: Am Dienstag, dem 4. November, veranstaltet sie mit dem Förderverein ihre Tauschbörse - von 9 bis 18 Uhr.