Das Ochsenteichgelände soll in drei Bereiche aufgeteilt werden. Das hat Hans-Dieter Nadler vom Planungsamt bestätigt. Neben der Lok-Werkstatt der Harzer Schmalspurbahnen sollen die historischen Gatterhallen wieder mit Leben erfüllt werden.

Wernigerode l Kinokomplex, "Gläserne Lok-Werkstatt", Parkplatz, Festgelände, altersgerechtes Wohnen oder eine Parkanlage: Die mögliche Gestaltung des Ochsenteichgeländes in Wernigerode sorgt seit mehr als 20 Jahren für Gesprächsstoff.

24 zufällig ausgewählte Wernigeröder hatten im März 2013 in einem Bürgerbeteiligungsverfahren Empfehlungen für die Nutzung des Areals ausgearbeitet. Das Ergebnis, ihr Bürgergutachten, überreichten sie im Juni 2013 der Stadtverwaltung. Wolfgang Dannheim vom Bürger-Bündnis für Weltoffentheit und Demokratie hakte bei einem Treffen im Rathaus bei den Verantwortlichen nach, inwieweit das Gutachten Einfluss auf die Entscheidungen im Rathaus nehmen konnte. Das Bündnis hatte die sogenannte Planungszelle initiiert (siehe Infokasten). "Uns interessiert, welche Schlüsse Stadtrat und Verwaltung aus dem Gutachten gezogen haben", so Dannheim.

"Als die Planungszelle ihre Arbeit aufnahm, waren bereits verschiedene Themen und Akteure für das Ochsenteich-Gelände im Gespräch", sagte Hans-Dieter Nadler vom Planungsamt. Neben der Lok-Werkstatt der Schmalspurbahnen stand ein Gesundheitszentrum mit integrierter Wohnbebauung der Wernigeröder Wohnungsgenossenschaft zur Debatte. "Die Planungszelle kam gerade im rechten Moment", so Nadler.

Die Empfehlungen decken sich ihm zufolge mit den Plänen von Rat und Verwaltung. "Ein Teil des Geländes soll von den Harzer Schmalspurbah-nen für eine Gläserne Werkstatt genutzt werden", sagte er. Der Stadtrat gab für den Verkauf eines Teilstücks des Ochsenteiches an die HSB bereits im September grünes Licht (wir berichteten). "Der zweite Bereich rund um die historischen Gatterhallen soll kulturell ausgerichtet werden. Der dritte Bereich soll der Freiraumgestaltung dienen", fasste er zusammen.

Derzeit wird der Ochsenteich zum Teil als Park- und Festplatz genutzt. Bevor die Pläne umgesetzt werden, müsse ein neuer Bebauungsplan her, in dem sich die Dreiteilung widerspiegelt. Mit der Aufstellung werde 2015 begonnen.

Die Bürgergutachter empfehlen eine ähnliche Nutzung: So soll der Ochsenteich in zwei Bereiche geteilt werden. Der südliche Teil könnte für eine Gläserne Lok-Werkstatt genutzt werden. Für den nördlichen Teil empfehlen die Gutachter eine parkähnliche Grünanlage, in die Freizeitangebote wie ein Generationenspielplatz und ein Teich mit Parkbänken integriert werden.

Die Gatterhallen sollen zu einem kulturellen und gastronomischen Treffpunkt ausgebaut werden und für Ausstellungen und Konzerte, ein Café oder Restaurant genutzt werden. Für die Hallen interessieren sich unter anderem die Wernigeröder Oldtimerfreunde, wie André Elpel gegenüber der Volksstimme bestätigte. "Wie sieht der weitere Werdegang aus, wenn der Verein die Hallen als Ausstellungsflächen nutzen will?", fragte Nicole Becker-Mose in die Runde. Sie war einer der zufällig ausgewählten Teilnehmer der Planungszelle. Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU) zufolge begleite die Verwaltung zunächst den Verein, um ein tragfähiges Konzept zu erstellen.

Planungsamtsleiter Nadler befürwortet die Nutzung durch die Oldtimerfreunde. "Aber zunächst müssen die Hallen saniert werden. Das kann nicht heute und nicht morgen umgesetzt werden." Der Verein müsse den Betrieb der Gatterhallen dauerhaft absichern können, sagte Ludwig Hoffmann, der als Mitglied des Bürgerbündnisses an dem Nachfragetermin teilnahm. "Man muss sich ganz genau überlegen, ob man sich das als Kommune leisten kann", so der SPD-Politiker.

Wolfgang Dannheim ist "mehr als zufrieden" mit dem Bürgerbeteiligungsversuch. Er wünscht sich, dass sich die Wernigeröder regelmäßig in Projekte einbringen können.