Am Hotel "Druidenstein" mitten in Trautenstein flattern wieder fröhlich Fahnen aus aller Herren Länder. Das traditionsreiche Haus hat nach etlichen Wechseln neue Eigentümer aus Holland. Sie mögen die Region und sind im Harzklub aktiv.

Trautenstein l Auf den ersten Blick sieht der Gastraum im Trautensteiner Hotel "Druidentein" rustikal harzerisch aus wie viele andere auch. Stammgästen fallen vielleicht die vielen neuen Blumen auf. Dem alten Stammtisch-Schild aber sieht niemand an, dass das Ortswappen darauf von einem Holländer gebrannt worden ist.

"Wir mögen den Harz und wir wollen uns integrieren", sagt Harald van Antwerpen (43), und sein Nebenmann Jerry Machielsen (39) stimmt zu. Beide haben das Hotel "Druidenstein" übernommen und gestalten es aus. Ein Verwandter habe das Trautensteiner Wappen schön gefunden und gleich mal auf das Stammtisch-Schild gebannt.

"Im Internet sahen wir das Angebot", berichtet van Antwerpen. Die Idee, ein Hotel zu führen, hätten der Lebensmittelexperte und Manager von Kindergärten schon länger gehabt. "Warum nicht im Harz?", meinten die unternehmungsmutigen Männer und machten sich auf den Weg.

Der "Druidenstein" habe ihnen auf Anhieb gefallen, der Verkauf ging schnell. "Die Verwaltung der Oberharzstadt hat uns bei den vielen Formalitäten sehr gut unterstützt", sagen beide dankbar. Dass trotzdem viel zu tun bleibt in dem alten Haus, sei ihnen klar gewesen.

So musste die Küche aus DDR-Zeiten auf einen modernen Stand gebracht werden. Auch die 37 Gasträume wurden nach und nach renoviert, seien aber schon gefragt. Das Restaurant hat geöffnet, vor allem für Feste gebe es viele Nachfragen.

Der "Druidenstein" soll ein traditionell harzerisches Gasthaus bleiben, mit einigen echt holländischen Anklängen, versichern Machielsen und van Antwerpen. Neben Harzer Wildgerichten gibt es bei ihnen auch Rindfleisch-Kroketten oder spezielle holländische, gefüllte Frikadellen, natürlich auch den einen oder anderen Käse. Und den holländischen "Schipper-Bitter" hätten viele Gäste auch schon gekostet. In diese Richtung wollen die Hoteliers weiter arbeiten. Da gebe es zum Beispiel noch drei Säle herzurichten, einen Anbau mit weiteren Gästebetten und eine Terrasse für den Sommer. Alles in allem viel Arbeit. An die Einstellung von Teilzeitkräften sei später gedacht.

Der Oberharzort, so sagen beide, gefalle ihnen sehr, weil sie selber gerne wanderten. Deshalb standen die Holländer schon bei Hans Priesel, dem Zweigvereinsvorsitzenden des Harzklubs, vor der Tür. Nicht nur, um freundlich guten Tag zu sagen, sondern um dem Harzklub beizutreten.

"Das sollten sich andere Vermieter von Ferienwohnungen oder Pensionen zum Vorbild nehmen", wünscht sich Priesel. Der Harzklub wirke ja für einen schönen Ort, davon profitierten auch Urlauber und Vermieter. Für Harald van Antwerpen und Jerry Machielsen ist das ein selbstverständlicher Zusammenhang. Mit Hobby-Imker Holger Scharun haben sie ebenfalls schon eine konkrete Zusammenarbeit auf die Beine gestellt. Es gibt nun Honig aus Trautenstein nebst Hotelschriftzug.

Auch das nächste Woche anstehende Brunnenfest zum 1. Advent ist gesichert. Auf das Lichterleuchten am Brunnen vor dem "Druidenstein" freuen sich vor allem die Kinder jedes Jahr. Sie werden nicht enttäuscht, versichern Jerry Machielsen und Harald van Antwerpen, und auch die Erwachsenen seien willkommen.