Der Internetauftritt "Barrierefrei im Harz" ist um ein weiteres Angebot reicher. Über die Plattform können sich Menschen mit Behinderungen über geeignete Angebote in Blankenburg informieren.

Blankenburg l Nach Wernigerode und Ilsenburg ergänzt Blankenburg als dritte Stadt den Internetauftritt "Barrierefrei im Harz". Am Freitag präsentierten Michael Förtsch und Michael Kohlrusch die Arbeit ihrer Projektgruppe von der Akademie Überlingen im Rathaussaal. Gefördert wurde das Projekt von der Kommunalen Beschäftigungsagentur (KoBa). Übersichtlich gegliedert gibt die Seite einen Überblick über die verschiedensten Angebote der Stadt: von Ausflugszielen, über Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungshöhepunkte bis hin zu Übernachtungsmöglichkeiten. Alle erfassten Angebote sind mit Piktogrammen versehen, die Menschen mit Behinderungen anzeigen, ob und in welchem Grad diese Ziele für sie geeignet sind.

"Ich freue mich, dass ein lang gehegter Wunsch der Stadt Blankenburg in Erfüllung gegangen ist", sagte Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU). Die Webseite habe ihm aber auch nochmals vor Augen geführt, wo die Stadt Defizite habe. Dies sei auch ein Auftrag an seine Verwaltung, in diesem Bereich etwas zu tun. Nicht nur im Hinblick auf rund 230 000 Blankenburg-Besucher sei es wichtig, barrierefreie Angebote zu schaffen.

Das untermauerte KoBa-Eigenbetriebsleiterin Claudia Langer. "Als Tourismusregion sollte der Landkreis Harz für alle Einheimischen und Gäste ein lohnenswertes Ausflugsziel sein, auch für Menschen mit Behinderungen", betonte sie und verwies darauf, dass der Harzkreis seit Jahren die höchste Quote von Menschen mit Beeinträchtigungen in ganz Sachsen-Anhalt aufweise. Jeder Zwölfte sei schwerbehindert, insgesamt seien das mehr als 18 000 Menschen - also 8,2 Prozent der Bevölkerung. Tendenz: steigend. Deshalb müsse nicht nur der Ausbau solcher barrierefreien Angebote vorangetrieben, sondern auch die Auffindbarkeit der bereits existierenden verbessert werden.

Deshalb begrüßte Frank Graubaum, Vorsitzender des Behindertenverbandes Blankenburg, diesen Internetauftritt. Allerdings merkte er an, dass es günstiger wäre, über eine Suchfunktion gleich alle Angebote anzeigen zu lassen, die beispielsweise für Rollstuhlfahrer geeignet sind. "Dies wäre ein richtiger Schritt für eine Barrierefreiheit im Netz", so Graubaum. Diesen Hinweis nahm Markus Schwalk, Chef der Akademie Überlingen in Wernigerode gern auf. In einem nächsten Projekt solle dies umgesetzt werden.

mehr dazu unter www.barrierefrei-im-harz.de